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Bauarbeiten in der Weißachen erzürnen Fischer

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Der Vorsitzende des Anglerbunds Chiemsee, Josef Haiker, befürchtet, dass Sohlrampen wie diese in der Weißachen herausgerissen werden, um einen schnelleren Abfluss des Wassers zu erreichen. Wertvolle Unterstände für die Fische würden dadurch vernichtet. (Foto: Oberkandler)

Bergen – In der Weißachen bei Bergen werden derzeit im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts Traunstein sogenannte Gewässerunterhaltsmaßnahmen erledigt. Mit schwerem Gerät werden Felsbrocken ins Ufer eingebaut und Sohlrampen ausgebessert. Außerdem werden kaputte Schwellen erneuert. Der Vorsitzende des Anglerbundes Chiemsee, Josef Haiker, kritisiert die Bauarbeiten heftig. Er befürchtet, dass Unterstände für die Fische zugeschüttet werden, dass die Sohlrampen beseitigt werden und damit die kleinen Wasserfälle verschwinden, die das Gewässer mit Sauerstoff anreichern.


Bei einem Ortstermin auf Höhe des neuen Bergener Friedhofs zeigt Haiker einen Gewässerabschnitt, der vor drei Jahren hergerichtet worden ist. Sohlrampen fehlen hier gänzlich. Weiter bachabwärts, so befürchtet er, werden jetzt ebenfalls die Rampen beseitigt, über die das Wasser kaskadenartig abfällt. Zahlreiche große Bäume an der Uferböschung wurden gefällt, »um freie Fahrt für den Bagger zu schaffen«, wie Haiker vermutet. Zudem habe er beobachtet, wie der Baggerführer den betonierten Bereich einer Sohlrampe mit schwerem Gerät bearbeitet hat.

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Hans Kirchner wird vom Führerstand seines Arbeitsgeräts auf Haiker und den Pressevertreter aufmerksam und man kommt ins Gespräch. Kirchner berichtet, dass er seit 30 Jahren Baggerfahrer ist und seit vielen Jahren Arbeiten an Flüssen und Bächen erledigt. Fast Hundert Tonnen Stein habe man hier verbauen müssen, weil einige Sohlrampen tief unterspült waren und einzustürzen drohten. Einige Sohlrampen, so erläutert Kirchner weiter, seien verschwunden, weil das Geschiebe sich darunter hoch aufgetürmt habe. Und auf Höhe des neuen Friedhofs sei das Gefälle des Baches zu gering, als dass man hier Querverbauungen einsetzen könne.

Josef Haiker gibt sich damit nicht zufrieden und zeigt später einen Bereich der Weißachen bei der Maxhütte, der voriges Jahr instandgesetzt wurde. Er beklagt, dass auch hier keine Querbauwerke eingesetzt wurden. Das habe zur Folge, dass es für die Fische keine Unterstände gibt.

Der Anglerbund Chiemsee hat die   Fischrechte  an  den Bächen im Bergener Talkessel vor etwa 50 Jahren von einem Privatmann erworben. Die rund 30 Kilometer Bäche und Gräben nutzt man in erster Linie zur Aufzucht von Bachforellen. Angeln dürfen die Mitglieder nur in der Weißachen. Vor allem die Querverbauungen aus Holz seien für die Bachforellen wichtig, betont Haiker. Die würden aber immer mehr verschwinden. Die Arbeiten des Wasserwirtschaftsamts in der Weißachen sind jetzt weitgehend abgeschlossen. Ob sie sich wirklich so nachteilig auf den Fischbestand auswirken, wird die Zukunft zeigen. Eine Stellungnahme der Behörde zu Haikers Vorwürfen war am Freitag trotz intensiven Bemühens nicht zu bekommen. -K.O.-