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Bauarbeiten am Viadukt verlaufen ganz nach Plan

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Seit 1860 gibt es das Viadukt in Traunstein. Da im Lauf der Zeit Abdichtungen schadhaft geworden sind, werden seit März die Fahrbahnplatten der Gleise erneuert. (Foto: Artes)

Traunstein. Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn am Viadukt sind nach wie vor in vollem Gange. Wie ein Pressesprecher der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung jetzt mitteilte, ist mit einer Fertigstellung der Bauarbeiten im November zu rechnen. Der vorab festgelegte Zeitplan kann somit eingehalten werden.


Im März hatten die vorbereitenden Arbeiten an dem mehr als 150 Jahre alten Bauwerk begonnen. Seit April steht nun nur noch ein Gleis für den Zugverkehr auf der sonst zweigleisigen Strecke München–Salzburg zur Verfügung. Neben den Bauarbeiten in Traunstein werden auch die Brücken über die Sur und über die Laufener Straße in Teisendorf erneuert. Rund 25 Millionen muss die Deutsche Bahn dafür investieren. Allein 11,5 Millionen kostet die Sanierung des Viadukts; 10 Millionen entfallen auf die Surbrücke, 3,5 Millionen auf die Brücke über die Laufener Straße.

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Brücken sind schadhaft und nicht mehr tragfähig

Grund für die Sanierung der Brücken über die Traun und die Sur ist, dass die Abdichtungen schadhaft sind, so der Pressesprecher der Deutschen Bahn. Durch eindringendes Wasser sei es zu Schäden am Überbau gekommen. Dadurch wird auch die Tragfähigkeit der Brücken stark beeinträchtigt. Eine Erneuerung der Fahrbahnplatten und neue Abdichtungen seien daher unumgänglich. Zeitgleich werden in Traunstein die aus Naturstein bestehenden Pfeiler und Bögen des Viadukts saniert.

Die Bauarbeiten an der Bahnbrücke über die Laufener Straße in Teisendorf sind notwendig, da sie sich durch Witterungseinflüsse und Streusalz in einem schlechten Zustand befindet.

Auf der zweigleisigen Strecke zwischen Traunstein und Teisendorf wurden inzwischen sowohl an der Traun- als auch an der Surbrücke die Fahrbahnplatten ausgetauscht. Über die erneuerte Brückenhälfte können die Züge wieder fahren, während die andere Gleisseite gerade erneuert wird. Bis Ende November sollen dann auch die restlichen Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann kann auch die Kammerer Straße in Traunstein wahrscheinlich wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Straße ist seit Beginn der Arbeiten gesperrt, da dort die Baumaschinen und Materialien abgestellt sind.

Zu größeren Problemen oder Beeinträchtigungen kam es laut dem Pressesprecher der Bahn während der Bauphase bisher nicht. Einen Zwischenfall gab es Mitte Juni: Unbekannte hatten ein Gerüstschutznetz am Viadukt in Brand gesetzt, wodurch rund 30 Quadratmeter Netz erheblich beschädigt wurden. Die Baustelle an den Gleisen war davon aber nicht betroffen. Auch das Hochwasser in Traunstein am 31. Juli habe keine Schwierigkeiten bereitet, so der Pressesprecher. Lediglich mit kleineren Verspätungen durch den eingleisigen Betrieb müssten Zugreisende gelegentlich rechnen.

Viadukt ist seit 1860 ein Wahrzeichen der Stadt

Seit 1860 steht das Viadukt schon in Traunstein und ist inzwischen ein Wahrzeichen der Großen Kreisstadt. Der erste Probezug aus Rosenheim kam am 25. April 1860 in Traunstein an, der reguläre Betrieb wurde dann im Mai aufgenommen. Am 1. August wurde die gesamte Strecke freigegeben. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Eröffnung der »Maximiliansbahn« München–Salzburg datieren auf den 12. August 1860.

Der Schlussstein der 105 Meter langen und knapp 30 Meter hohen fünfbögigen Brücke wurde am 19. Juli 1859 nach nur 17 Monaten feierlich gesetzt. jar