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Bau eines abgesetzten Geh- und Radwegs voran treiben

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Auf Anregung der Freien Wähler Truchtlaching sollte die Gemeinde Seeon-Seebruck die Chance nutzen, sich in die Traunreuter Planung des Straßenausbaus zwischen Hörpolding und Pattenham einzuklinken. Die Gemeindeverbindungsstraße aus Richtung Hörpolding mündet vor Pattenham in das Gemeindegebiet Seeon-Seebruck. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Über einen Geh- und Radweg entlang der Pattenhamer Straße ab der Gemeindegrenze Traunreut bis zur Einmündung in den Mühlenweg in Truchtlaching wird im Seeon-Seebrucker Gemeinderat seit längeren diskutiert.


Jetzt wurde die Maßnahme von der Freien Wählergemeinschaft (FW) Truchtlaching erneut aufs Tablett gebracht. In einem Antrag, der in der jüngsten Sitzung behandelt wurde, fordern die Freien Wähler, den Bau eines abgesetzten Geh- und Radweges voranzutreiben.

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Das Teilstück zwischen dem Weiler Pattenham und Truchtlaching gehört zur Gemeindeverbindungsstraße der Stadt Traunreut, die, wie mehrfach berichtet, zwischen Hörpolding und der Gemeindegrenze Seeon-Seebruck in den nächsten Jahren ausgebaut werden soll. Die Freien Wähler sehen darin die Chance, sich in die Planungen der Stadt Traunreut einzuklinken und gegebenenfalls gemeinsame Fördermöglichkeiten zu nutzen. Nach Ansicht der zweiten Bürgermeisterin Martha Gruber könnte sich die Gemeinde dadurch möglicherweise Kosten sparen. »Wir sollten der Stadt Traunreut zumindest signalisieren, dass wir dabei wären«, forderte Gruber.

Dies soll aber nicht heißen, dass die Gemeinde Seeon-Seebruck das Vorhaben zeitgleich mit Traunreut umsetzen werde, ergänzte Gruber in Anbetracht der Tatsache, dass es in der Gemeinde viele »Baustellen« gebe, die im Moment Vorrang genießen. In den Augen der Freien Wähler sollte jedoch im ersten Anlauf das neue Wohnbaugebiet Kobelreut in Truchtlaching einen Gehweg zur Einmündung in den Mühlenweg erhalten. Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth laufen dazu bereits Gespräche. »Wir sind dran. Das Ergebnis ist aber noch offen«, erklärte Ruth.

Der Bürgermeister warnte jedoch davor, sich jetzt schon für eine ganzheitliche Lösung auszusprechen. »Solange wir nicht wissen, was Traunreut vor hat, macht es keinen Sinn, sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen.« Sollte die Traunreuter Lösung kompatibel sein, könne sich die Gemeinde immer noch anschließen, so Ruth.

Dem Tenor war zu entnehmen, dass sich die Gemeinde aus dem Gesamtprojekt nicht ausklinken und die Chance einer gemeinsamen Lösung mit Traunreut diskutieren sollte. Von Seeon-Seebrucker Seite wird allerdings ein auf der Straße abgesetzter Geh- und Radweg gefordert. Um die Diskussion einer möglichen gemeinsamen Planung fortzusetzen, muss zunächst abgewartet werden, für welche Ausbauvariante sich der Traunreuter Stadtrat entscheidet.

Als Sprecher des Traunreuter Arbeitskreises »Verkehr« teilte Reinhard Piehler mit, dass die Stadt Traunreut auch damit spekuliere, den Straßentyp in eine Kreisstraße aufzustufen. Dies setze allerdings voraus, dass die Straße täglich von 2000 Fahrzeugen frequentiert werden müsste. Der Unterhalt der Straße würde dann auf den Landkreis Traunstein übergehen. Für welche Ausbauvariante sich die Stadt Traunreut auch immer entscheiden werde, im Gespräch sei ein Geh- und Radweg auf der Nordseite der Straße. Zum Zeitplan aus Traunreuter Sicht teilte Piehler mit, dass Bürgermeister Klaus Ritter angekündigt habe, noch heuer die Grundstücksverhandlungen zu führen, um 2018 mit dem ersten Teilabschnitt zwischen Hörpolding und Haßmoning zu beginnen. Der zweite Abschnitt soll frühestens 2020 realisiert werden. Weiter teilte Piehler mit, dass sich der Arbeitskreis »Verkehr« mit Nachdruck für einen Geh- und Radweg ausspreche und sich auch die von ihm befragten Anlieger dahingehend grundsätzlich positiv geäußert hätten. »Die Zustimmung für einen Geh- und Radweg war gut. Aber jeder hat seine Bedingungen.« Sollte es sich darauf hinauslaufen, dass die Straße zu einer Kreisstraße heraufgestuft werden würde, wäre dies insbesondere nicht im Sinne der Truchtlachinger. Ruth warnte davor, dass eine Aufstufung und damit gut ausgebaute Straße automatisch mehr innerörtlichen Verkehr verursachen würde. Diese Befürchtung teilte auch Norbert Meier (FW). Trotzdem, so der Tenor, sollte sich die Gemeinde zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausklinken.

Über eine generelle Umfahrung des Ortsteils Pattenham wurde vor rund zwei Jahren schon debattiert. Wie Bürgermeister Ruth eingangs ausführte, seien die betroffenen Bürger dazu in einer Bürgerversammlung informiert worden. Das Vorhaben sei aber an den Grundstücksverhandlungen gescheitert. Im Gespräch war eine östliche Umfahrung von Pattenham mit Anbindung an die Staatsstraße. Dies hätte allerdings einen enormen Grundstücksverbrauch zur Folge gehabt. Deshalb habe man von einer Umfahrung Abstand genommen. Die Freien Wähler Truchtlaching drängen aber darauf, das Geh- und Radweg-Projekt nicht ruhen zu lassen und die Chance zu nutzen, dieses mit der Stadt Traunreut gemeinsam umzusetzen. ga