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Bau der Kinderkrippe geht zügig voran

Bergen. Letztmals kam der Bergener Gemeinderat nun im alten Rathaus zusammen. Bürgermeister Bernd Gietl gab eine kurze Rückschau auf das alte Rathaus. Es wird ab kommenden Montag abgerissen.

Zügig voran geht der Bau der Bergener Kinderkrippe. Der Innenausbau ist fast abgeschlossen, nun werden die Außenanlagen noch erstellt. Die Kinderkrippe befindet sich neben dem Kindergarten. Beide Gebäude sind durch einen Anbau aus Glas miteinander verbunden. (Foto: Humm)

Er erinnerte an den Bau des Gebäudes, das 1968 in die Planungsphase ging. Damals hatte Bergen 2200 Einwohner, heute sind es 6800. Er informierte, dass seit 1978 mit Vachendorf eine Verwaltungsgemeinschaft besteht. Der Bürgermeister ging auch auf den Rathaus-Neubau ein. Er betonte, dass der Umzug durch die Beschäftigten des Rathauses in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Bauhof erfolgt ist (wir berichteten). Die Einweihungsfeier kündigte er für Samstag, 23. November, mit einem Tag der offenen Tür an.

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Der Bürgermeister ging auch auf die Kostenentwicklung beim Rathaus-Neubau ein. Er erinnerte an zahlreiche Sitzungen, in denen in den vergangenen Jahren der Gemeinderat von Bauleiter Michael Perla über die Kostenentwicklung detailliert informiert wurde. Nach Beauftragung der Firma Haumann und Fuchs nach vorausgegangenem Architektenwettbewerb war die Ausgangssumme 2,9 Millionen Euro brutto.

Das heißt, die Endsumme von 3,1 Millionen Euro bedeutet ein Plus von rund acht Prozent. Nach Abzug der in der Bauphase vom Gemeinderat gewünschten Zusatzausstattungen – erhöhte Dämmung der Außenwände – sei dies eine Kostenüberschreitung von nur 4,5 Prozent, betonte Gietl. Für diese straffe Kostenkontrolle wurde Perla gelobt.

Zudem hob der Bürgermeister hervor, dass alle Beschlüsse nach Beauftragung des Planungsbüros Haumann und Fuchs im Gemeinderat einvernehmlich fielen. Auf die Frage des Bürgermeisters, ob alle Gemeinderatsmitglieder auf der Basis dieser Zahlen die Beschlüsse tragen, wurde einstimmig mit »Ja« geantwortet.

Die Fraktionsvorsitzenden Josef Gehmacher (CSU), Josef Schweiger (SPD) Maria Kraus-Osenstetter (Grüne) bekräftigten die Vorgehensweise und das Zahlenmaterial. Auch Herbert Berger, Mitglied der CSU-Fraktion und ÜW-Bürgermeisterkandidat, sagte, er stehe zu 100 Prozent hinter dem Rathaus-Neubau.

Der Gemeinderat beschäftigte sich auch mit dem Thema Kinderkrippe. Architekt Thomas Bachmayer gab einen kurzen Überblick über den Baufortschritt. »Wir liegen im Zeitplan«, sagte er. Der Innenausbau gehe zügig voran, die Türen werden demnächst eingesetzt, dann gehe es an die Gestaltung der Außenanlagen, fügte er hinzu. Er ging auch auf die Kostenentwicklung ein. Die Gesamtkosten der Kinderkrippe bezifferte der Architekt auf 755 000 Euro. Der Zuschuss der Regierung von Oberbayern beträgt 447 000 Euro.

Der Bürgermeister gab bekannt, dass Asylsuchende im Gasthof Hochfelln, der sich in der Bergener Dorfmitte befindet, einquartiert wurden. Er betonte, dass die Gemeinde vom Amt für Gesundheit und Soziales des Landratsamtes darüber informiert wurde, am gleichen Tag seien die Asylsuchenden bereits gekommen. Auch der Verpächter erfuhr davon erst an diesem Tag.

Laut Gietl wurde der Vertrag zwischen dem Landratsamt und dem bisherigen Pächter des Gasthofes kurzfristig ebenfalls an diesem Tag geschlossen. Eine Nutzungsänderung wegen der wechselnden Belegung ist laut Auskunft des Landratsamtes nicht notwendig, dazu wurde vom Landratsamt auf ein Schreiben des Bayerischen Innenministeriums verwiesen.

Das Gremium zeigte sich äußerst verwundert über diese späte Information durch das Landratsamt. Nach Meinung des Gremiums müssten die Asylprobleme auf Landes- und Bundesebene gelöst werden, strukturiert angegangen und geklärt werden. Sie dürfen nicht auf den Rücken der Kommunen ausgetragen werden, hieß es. Gietl teilte mit, ein Gespräch im Landratsamt habe bereits stattgefunden. Landrat Hermann Steinmaßl werde demnächst alle Bürgermeister zu einem Gespräch einladen. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 7. November, wird Florian Amann vom Landratsamt dazu referieren.

Kritik an übergeordneten Behörden

Zweiter Bürgermeister Josef Gehmacher (CSU) und Dritter Bürgermeister Josef Schweiger (SPD) kritisierten die derzeit umstrukturierte Vorgehensweise der übergeordneten Behörden, die Gemeinden vor vollendete Tatsachen zu stellen. Gemeinderätin Maria Kraus-Osenstetter (Grüne) bat die Anwesenden, offen auf Asylsuchende zuzugehen. Sie verwies zudem auf die soziale Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf, die ein idealer Ansprechpartner sei. Sie befürwortete zudem den Aufbau eines Netzwerkes.

Gietl gab noch bekannt, dass die Gemeinde Schülerlotsen suche. Interessenten können sich bei der Gemeinde melden. OH