weather-image
12°

Barrierefreiheit weiter voranbringen

5.0
5.0

Traunstein – Der Kreis Traunstein will die Barrierefreiheit weiter voranbringen. Das betonte stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser bei der Sitzung des Ausschusses für Gesundheits- und Flüchtlingsfragen und soziale Angelegenheiten. Landratsamt-Mitarbeiter Hans Zott stellte das Projekt »Wheelmap« vor. Der Ausschuss gab dafür einstimmig grünes Licht.


Der Landkreis befinde sich in Sachen Barrierefreiheit bereits auf einem »relativ guten Weg«, führte Konhäuser aus, der die Sitzung stellvertretend für Landrat Siegfried Walch leitete. Die Palette reiche von barrierefrei zugänglichen Rathäusern und öffentlichen Gebäuden über barrierefreie, öffentliche Toiletten bis zu abgesenkten Bordsteinen. Bei aktuellen Bauvorhaben – etwa dem Umbau des Ruhpoldinger Bahnhofsgebäudes oder des alten Schulhauses in Oberwössen – sei das Thema Barrierefreiheit von Anfang an Bestandteil der Planungen. Auch der Landkreis versuche grundsätzlich bei allen seien Bauten die Barrierefreiheit herzustellen, so Konhäuser.

Anzeige

Barrieren auch im Bestand reduzieren

Ziel sei es, Barrierefreiheit nicht nur bei Neu- und Umbauten zu realisieren, sondern Barrieren auch im Bestand zu reduzieren, um so allen Bürgern ungehinderten Zugang am wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben zu ermöglichen. Um das Thema weiter voranzutreiben, verhandelt der Landkreis Traunstein gerade auch mit der Bayerischen Architektenkammer. Ziel ist es, Beratungen für alle am Bau Beteiligten im Landratsamt anbieten zu können. Darüber hinaus soll es im Frühjahr eine Informationsveranstaltung zum Thema geben.

Ein weiteres Projekt, das der Landkreis in diesem Zusammenhang vorantreiben möchte, ist das offene und kostenlose Internetangebot »Wheelmap«. Jeder kann dort eingeben beziehungsweise nachschauen, welche Einrichtungen und Lokalitäten barrierefrei sind. »Ein Riesenvorteil ist, dass uns das nichts kostet«, führte Konhäuser aus.

Geplant ist, »Wheelmap« im Kreis Traunstein in mehreren Stufen umzusetzen. Zunächst will das Landratsamt alle landkreiseigenen Einrichtungen markieren und eintragen, dann sollen das Gleiche auch alle 35 Gemeinden des Landkreises tun. Im Anschluss sollen etwa Ladenbesitzer und Gastronomen animiert werden, sich einzutragen. Als eine Art »Kontrollinstanz«, ob die Einträge richtig sind, sollen die Behindertenbeauftragten fungieren. Sobald das passiert ist, will das Landratsamt das Angebot auch bewerben.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) führte aus, dass die Stadt Traunstein Modellkommune bei »Bayern barrierefrei 2023« sei. »Dadurch habe ich erst gesehen, wie schwierig es ist, dem allen gerecht zu werden.« Ein wichtiger Beitrag sei der barrierefreie Ausbau des Traunsteiner Bahnhofs. »Wir hoffen, wir schaffen das heuer noch.«

Leitfaden für Behindertenbeauftragte

Josef Mayer (CSU) meinte, dass er die Behindertenbeauftragten nicht herabsetzen möchte, es aber wohl sinnvoll sei, ihnen eine Art Leitfaden an die Hand zu geben, wie Barrierefreiheit im öffentlichen Raum auszusehen habe. Zott stimmte ihm zu – zumal auch das, was etwa für Rollstuhlfahrer gut sei, es nicht zwangsläufig auch für Blinde sein müsse.

Der Ruhpoldinger Bürgermeister Claus Pichler (SPD) betonte, dass man in den gewachsenen Ortschaften beim Thema Barrierefreiheit einen langen Atem brauche. Er kam genau wie Manfred Kösterke (UW) auf die dafür nötigen Gelder zu sprechen. »Barrierefreiheit werden wir kostenlos nicht bekommen«, sagte Kösterke. Pichler meinte, es müsste darum auch überörtlich mehr Geld fließen. Irmingard Siglreithmayer (CSU) sprach an, dass auch der Denkmalschutz in Sachen Barrierefreiheit Abstriche machen müsse. san