weather-image

Barrierefreiheit und Landesgartenschau als Themen

Traunstein. Zu einem »Impulstreffen« trafen sich Interessenten und ehrenamtliche Mitarbeiter verschiedener Agenda- 21-Gruppen, um über Entwicklungs- und umweltpolitische Fragen zu diskutieren. Gerade das von Oberbürgermeister Manfred Kösterke aufgegriffene Thema »Traunstein inklusiv – Barrierefreiheit im öffentlichen Raum« machte deutlich, wie schwer die Umsetzung oft ist – waren doch zu dem Treffen, das im Schrannensaal des Rathauses angesetzt war, auch drei Rollstuhlfahrerinnen gekommen. Wegen des fehlenden barrierefreien Zugangs zu dem Saal musste das Treffen aber in den Alten Rathaussaal verlegt werden.

Die Agenda 21 Gruppen trafen sich im Traunsteiner Rathaus. Dass es im Bereich der Barrierefreiheit in Traunstein noch viel zu tun gibt, wurde an dem Abend in praktischer Form deutlich, da für Rollstuhlfahrer der vorgesehene Schrannensaal nicht erreichbar war.

Neue Gruppe wurde beim Treffen gegründet

Anzeige

Damit die Gruppen eine Auffrischung ihrer Arbeit erfahren – die Arbeit und Koordination im Rathaus war doch auch durch einen krankheitsbedingten Ausfall organisatorisch zuletzt weitgehend brach gelegen – so dass diese Tätigkeit nun neu bei Eva Schneider angesiedelt wurde.

Zum Thema »Traunstein Inklusiv« betonte Kösterke, dass man die Möglichkeit der uneingeschränkten Teilhabe Behinderter im öffentlichen Leben »abklopfen« wolle. Dies gelte auch für die Verwaltung und habe viel mit dem Denken der Mitarbeiter zu tun. Auch bauliche Fragen bei städtischen Gebäuden wolle man angehen, eine Ist-Analyse für den öffentlichen Raum erstellen, wobei man auf Erfahrungen des Seniorenbeirats zurückgreifen wolle. Am Abend bildete sich eine neue Gruppe »Barrierefreiheit«. Erkenntnisse wolle man zusammenfassen und dem Stadtrat vorlegen.

Auch im Bereich Immigranten und Asylbewerber wolle man Barrieren abbauen, zunächst einmal sprachliche Barrieren. Hierzu sei auch das »Traunsteiner Netz« gegründet worden, das in zwei Wochen einen Tag der Begegnung mit Asylbewerbern bei Kaffee und Kuchen organisiere.

Einen breiten Raum nahm die Landesgartenschau 2022 ein, bei der die Stadt ein Münchner Architekturbüro mit der Erarbeitung der Bewerbungsunterlagen beauftragt hat. Nach einer Erstbewertung der Flächen noch im Oktober wolle man in einem Bürger-Seminar Anregungen und Ideen aufnehmen.

Derzeit seien unter anderem das Hochufer der Traun entlang des Mühlbachs rund um den Stadtberg, der Karl-Theodor-Platz, das Güterbahnhofsgelände und die Daxerau als mögliche Flächen denkbar. Die Bewerbungsunterlagen müssten im Januar eingereicht werden, im Sommer falle die Entscheidung. »Die Bewerbung ist auch eine gute Grundlage für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept.«

Weiter arbeite man an einem neuen Umweltbericht. Ewald Kleybold regte an, diesen »Nachhaltigkeitsbericht« zu nennen und darin auch die Bereiche Ökologie, Soziales und Wirtschaft mit aufzunehmen. In der Aussprache betonte Rainer Schenk (Arbeitsgruppe Energie & Klimaschutz), dass man »mit Schwung gestartet ist. Die Arbeit ist aber ein bisschen eingeschlafen.« Er regte ein Bürgerwindrad in der Region an. Dazu könne man auch eine Bürgergenossenschaft einbinden, die neu gegründet worden sei. Er wünsche sich aber mehr Bürgerbeteiligung in der Agenda-Arbeitsgruppe. Zur Ankurbelung der Windkraft in der Region schlug er eine Bürgerbefragung vor. Kösterke sagte, er könne sich das grundsätzlich vorstellen, »aber nur, wenn wir das mit einem konkreten Standort verbinden.«

Peter Blumenthal von der Arbeitsgruppe Verkehr sprach Ausbaumöglichkeiten bei Radwegen an. Exemplarisch diskutierte man unter anderem über die Wasserburger Straße. Kösterke betonte, dass die Straßenbreite dazu führe, dass einem Radweg ein Gehsteig zum Opfer falle. Auch in der Innenstadt seien mehr Radwege möglich. Dies würde aber auf Kosten von ohnehin knappen Parkplätzen gehen.

Stadt will weitere Fahrbeziehungen im ÖPNV

Siegfried Blach vom Seniorenbeirat regte an, zum Stromsparen, jede zweite Straßenlaterne zwischen ein und fünf Uhr auszuschalten. Kösterke verwies darauf, dass dies auch ein Sicherheitsthema sei. Helene Halser, Behindertenbeauftragte in Nußdorf, beklagte fehlende Busverbindungen am Abend. »Wir sind da draußen abgeschnitten«, sagte sie. Der Oberbürgermeister machte deutlich, dass dafür der Landkreis zuständig sei. Die Position der Stadt sei klar: »Wir wollen Fahrbeziehungen ausbauen und nicht einschränken.«

Die Agenda-21-Beauftragte Eva Schneider steht unter Telefon 0861/65-251 für Fragen zur Verfügung.