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Barrierefreie Wohnungen sollen entstehen

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Bei der Informationsveranstaltung (von links): Herbert Häger, Christine Zaiser, Sabine Wenng, Manfred Mix und Bürgermeister Josef Loferer vor dem Bauplan. (Foto: Wunderlich)

Schleching. Das Interesse am Projekt »Wohnen im Alter« ist groß in Schleching. Das zeigte eine erneut gut besuchte Veranstaltung zum Thema. »Wir möchten, dass man in Schleching alt werden kann«, erklärte Bürgermeister Josef Loferer die Motivation der Gemeinde für das Projekt.


Wie der Bürgermeister ausführte, habe die Gemeinde im vergangenen Jahr als ersten Schritt den Dorfladen gekauft. »Jetzt bietet sich die Möglichkeit, die Räume über dem Dorfladen als barrierefreie Wohnungen zu gestalten.« Wichtig, so Loferer, sei ihm der soziale Aspekt dabei, »nicht einen hohen Gewinn aus den Mieten zu erzielen«.

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Sabine Wenng, die Leiterin der Koordinationsstelle »Wohnen im Alter«, lobte den Standort: die zentrale Lage mitten im Dorf mit allen wichtigen Anlaufstellen quasi vor der Tür. Bei Bedarf sei auch Nachbarschaftshilfe möglich. »So kann eine soziale Kultur wachsen.« Wenng berichtete über ähnliche Projekte, von denen es circa 100 in Deutschland gibt.

Manfred Mix, der die Planung für das Projekt unentgeltlich übernommen hat, stellte den Bauplan vor. Dieser sieht vier abgeschlossene Wohnungen mit eigenem Bad vor, eine gemeinsame Küche sowie einen gemeinsamen Wohntrakt mit Balkon und schöner Aussicht über Schleching. Alle Wohnungen sind barrierefrei und über Rampen zu erreichen.

Die Räume sind zwischen 16 und 18 Quadratmeter groß, für die Miete werden circa zehn Quadratmeter Umlage von den Gemeinschaftsräumen dazugerechnet. Es soll eine ortsübliche Miete von circa acht Euro pro Quadratmeter berechnet werden.

Herbert Häger berichtete von seiner jetzt dreijährigen Arbeit als Seniorenbeauftragter. Er musste in dieser Zeit einige Menschen auf ihrem Weg ins Altersheim begleiten. Schon allein die Kostenseite sei erschreckend, so berichtete er von einem staatlichen Altersheim, bei dem ein 24 Quadratmeter großer Raum täglich 59 Euro kostet. Auch sei es allen Menschen sehr schwer gefallen, ihr gewohntes Umfeld und ihr vertrautes Schleching verlassen zu müssen.

»Ich finde es sehr gut, dass dieses Projekt in den Händen der Gemeinde liegt, die den Sinn nicht in einer Gewinnmaximierung sieht, so wie es wohl ein Investor täte. So ist der wichtigste Gedanke dabei, dass die Menschen hier wohnen bleiben können«, so Häger.

Es entspann sich eine angeregte Diskussion mit Ideen und Anregungen, aus der man eine große Zustimmung aus dem Publikum für dieses Zukunftsprojekt entnehmen konnte. Auch der Vorschlag, eine weitere Wohnung für eine eventuelle Pflegekraft einzurichten, wurde aufgenommen; eine solche Wohnung wäre im Dachgeschoß möglich.

»Wer Interesse am Thema hat, kann sich bei unserer Geschäftsstellenleiterin Christine Zaiser melden und wird dann unverbindlich zu weiteren Infoveranstaltungen eingeladen«, beendete Bürgermeister Loferer den Abend. wun