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Barmherzige Schwestern verlassen Unterwössen

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Schwester M. Theodolinde verabschiedete die treuen Kräfte des Hauses Luise: Elisabeth Segna als zivile Mitarbeiterin sowie Schwester M. Primosa (links) und Schwester M. Vinzentina (rechts), die künftig im Schwesternheim Bad Adelholzen leben und arbeiten werden.

Unterwössen – Mit dem Bichlhof, dem Haus Ignatia Jorth, dem Haus Katharina und dem Haus Luise hatte die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, Mutterhaus München, ursprünglich vier kleinere Erholungshäuser in Unterwössen betrieben. Nachdem sich die Ordensgemeinschaft vor fünf Jahren bereits von drei Häusern getrennt hat, ziehen sich die Barmherzigen Schwestern nun endgültig aus Unterwössen zurück. Sie haben das Haus Luise an den »Sternstunden e.V.« veräußert.


Der Förderverein des Bayerischen Rundfunks wiederum wird das Haus an die Katholische Jugendfürsorge bzw. an das Pädagogische Zentrum Schloss Niedernfels vermieten. Das bisherige Erholungshaus für Schwestern wird künftig das Zuhause einer Wohngruppe für Jugendliche sein.

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29 Jahre wurden im Haus Luise Stille und Kraft gesucht

Bei der Schlüsselübergabe erinnerte Generaloberin Schwester M. Theodolinde Mehltretter daran, dass im Haus Luise 29 Jahre lang gebetet und gearbeitet wurde, dass hier Stille und Kraft gesucht wurden. Ein frohes Miteinander habe die Hausgemeinschaft geprägt. Sie zitierte auch den Ordenspatron der Barmherzigen Schwestern. Der heilige Vinzenz von Paul habe den Schwestern aufgetragen, ihr Werk in andere Hände zu übergeben, wenn ihre Kräfte schwinden. »Für das Haus Luise haben wir mit dem Sternstunden e.V. feste und gute Hände gefunden«, sagte sie.

Sternstunden-Geschäftsführer Dr. Ludger Hermeler freute sich, dass sich in Unterwössen drei Vertragspartner gefunden hätten, um das Haus Luise in eine gute Zukunft zu führen. Bartholomäus Brieller, Vorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge, versprach den Schwestern, dass es im Haus Luise zwar anders, aber gut und weiterhin in christlicher Trägerschaft weitergehen werde. »Den Jugendlichen, die hier wohnen werden, wird die Ruhe gut tun,« war Hermeler überzeugt.

»Einrichtungen sind eine Chance für unsere Gemeinde«

Auch Bürgermeister Ludwig Entfellner war froh über die gesicherte Zukunft des Hauses. »Soziale Einrichtungen sind eine Chance für unsere Gemeinde«, sagte er. Gleichzeitig bedauerte er den Weggang der Barmherzigen Schwestern. Sie seien jahrzehntelang ein Teil Unterwössens gewesen und hätten sich im Ort stark sozial engagiert. »Sie werden uns fehlen!«

Barmherzige Schwestern werden weiterhin für Urlaube und Erholungsaufenthalte Anlaufstellen im Chiemgau haben: das Schwesternheim St. Vinzenz in Inzell und das Erholungshaus im Schwesternheim St. Hildegard in Alzing/Siegsdorf. fb