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Bald eine Biogasanlage für Übersee?

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Übersee. Die Zeichen stehen gut für eine künftige Biogasanlage in Übersee. Nach Aussagen von Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer vom Ökomodell Achental, ließen sich damit etwa 400 Familien mit Strom und 150 Familien mit Wärme versorgen. Als nächsten Schritt hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für den Auftrag einer Machbarkeitsstudie ausgesprochen.


»Nachdem wir im November 2013 ein Energiekonzept für unseren Ort bekommen haben, loten wir die dort empfohlenen Einspar- und Effizienzmöglichkeiten sowie die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien aus«, erklärte Bürgermeister Marc Nitschke. Gespräche mit Geschäftsführer Wimmer hätten dabei den Weg zu einer Biogasanlage aufgezeigt.

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Das System basiert auf dem Eintrag von Gras, Mist, Abfällen und Rindergülle sowie deren Umwandlung in Gas. »Bei entsprechenden Vorgesprächen mit den Landwirten ist großes Interesse signalisiert worden«, meinte Wimmer bei der Vorstellung des Konzepts in der Gemeinderatssitzung.

Die Gesamtkosten einer passenden Anlage bezifferte er auf etwa 20 500 Euro. Nach Abzug einer möglichen 75-prozentigen ILE-Achental-Förderung von 15 400 Euro bliebe für die Gemeinde ein 25-prozentiger Kostenanteil von etwa 5100.

Als nächste Schritte seien laut Wimmer die Ermittlung des Standortes, eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer solchen Anlage innerhalb von sechs bis acht Wochen und eine Wirtschaftsprüfung mit genauen Kosten und Fördermöglichkeiten erforderlich. Die Umsetzung könnte dann, nach Absprachen mit den Landwirten und dem Gemeinderat, relativ schnell erfolgen.

Das vorgestellte Konzept stieß im Gremium überwiegend auf Zustimmung. »Die Energiewende kommt nicht von alleine, da müssen wir schon die entsprechenden Schritte machen. Im Übrigen kann man damit auch den Landwirten helfen«, sagte Zweiter Bürgermeister Ludwig Ertl (Freie Bürgerliste, FBL). Landwirt Hans Schönberger (FBL) sah eine Biogasanlage »als Chance und gute Alternative für Betriebe, die aufhören wollen«. Nach seinem Dafürhalten könnte man sogar eine Art Genossenschaftsmodell mit Bürgerbeteiligung anstreben.

Skeptisch beurteilten Anton Stefanutti (»Grüne«) und Wolfgang Hofmann (Bayernpartei) lediglich die Gefahr von einem zu großen Eintrag an Mais. Hier könnte und würde man die Chargen so gering wie möglich halten, sicherte Wimmer zu.

Auf eine entsprechende Anfrage von Stefan Haneberg (Aktive Demokratie für Übersee) machte der Geschäftsführer weiter klar, dass die Anlage mit einem zweiten Gasmotor für mögliche Reserven vergrößert werden könnte. Noch mehr Erweiterungen seien aber nicht möglich.

Abschließend stimmten alle Räte dafür, die unabhängige Firma Rupp in Prien mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. bvd

Blattl Sonntag Traunstein