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Bairische Mundart im Kinofilm vorgestellt

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Der Vorsitzende des Kreisverbands Traunstein des Bayernbunds, Heinz Wallner, übergab Gerti Schwoshuber einen Scheck für ihr Chiemgauer Schulmuseum. (Foto: Buthke)

Tacherting. Im Rahmen ihres Projekts »Freude an der Mundart wecken und verstärken« stellten die Kreisverbände Traunstein und Rosenheim des Bayernbunds sowie die Schulämter Traunstein und Rosenheim im Chiemgauer Schulmuseum von Gerti Schwoshuber in Brandstätt die Möglichkeit vor, die bairische Mundart im Kinofilm darzustellen.


Dazu stellte Regisseur Norbert Lechner Lehrern der Jahrgangsstufen drei bis acht den Werdegang seines Film »Tom und Hacke« – ein bayerischer Kinderkrimi nach Mark Twains Kinderbuchklassiker »Tom Sawyer und Huckleberry Finn« – vor, der im vergangenen Sommer in die Kinos kam.

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Mit »Goldenen Spatzen« ausgezeichnet

Der Film spielt nicht am Mississippi, sondern irgendwo an Isar oder Inn, Landshut oder Rosenheim. Auf die Nennung von Namen von Flüssen und Städten wurde bewusst verzichtet. In jedem Fall aber spielt der Film in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Währungsreform im Juni 1948. Gesprochen wird im bairischen Dialekt. Der Film wurde mit dem »Goldenen Spatzen« beim Kinder-Medien-Festival 2012, mit dem Preis des MDR-Rundfunkrats für das beste Drehbuch und mit dem Kinderfilmfest-Publikumspreis des Filmfestes München ausgezeichnet.

Den Film habe man bewusst nicht im »Fernsehbairisch«, das auch die Norddeutschen verstehen, sondern im richtigen Bairisch drehen wollen, erklärte Lechner. Das Drehbuch sei im Sprachduktus des Dialekts, aber in Hochdeutsch geschrieben worden, weil es in der bairischen Sprache fest nicht lesbar gewesen sei. Die schwierige Aufgabe der Schauspieler habe darin bestanden, den hochdeutschen Text im Bairischen wiederzugeben. Für die Rollen der Kinder wurden in der Regel Laiendarsteller aus Nieder-bayern genommen. Die Drehorte habe man in ganz Süddeutschland vom Schwarzwald über die Innschleife bei Mühldorf bis nach Passau gesucht, um die Kleinstadtszenen authentisch darstellen zu können.

Nach der Vorstellung einiger Filmszenen erklärte der Initiator und Leiter des Projekts »Freude an der Mundart wecken und verstärken«, Helmut Wittman, der Film sei unglaublich authentisch. Er wollte wissen, wie man den Film an den Schulen einsetzen könne.

Lechner sagte, dass man sich mit den örtlichen Kinobetreibern in Verbindung setzen solle. Ab 40 bis 50 Schülern sei eine eigene Vorstellung kein Problem. Wenn das Kino zu weit weg sei, sei auch eine Vorführung in der Schule möglich. Er empfahl jedoch, sich den Film in einem Kino anzuschauen. Geeignet sei der Film ab der dritten Klasse. Danach gebe es ein weites Feld, was man in der Schule damit machen könne. Bildern malen oder Modelle bauen, der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, so der Regisseur. Auf die Frage nach der Rentabilität sagte Lechner, ohne Filmförderung gehe im gesamten deutschen Film fast nichts. Die Kosten bezifferte er auf 1,25 Millionen Euro.

Der Vorsitzende des Kreisverbands Rosenheim des Bayernbunds, Christian Glaser, erklärte, dass am Projekt »Freu-de an der Mundart wecken und verstärken« zahlreiche Institutionen beteiligt seien. Mit ihm sollten nicht nur die bairische Sprache, sondern auch die bairischen Werte transportiert werden. Dazu gehöre auch, sich damit zu befassen, wie die Leute früher gelebt hätten.

Als maßgebliche Säule des Projekts nannte er Dr. Wittmann als Initiator und Beglei-ter. Sein Lob galt auch Gerti Schwoshuber als Gründerin des Chiemgauer Schulmuseums. Der Vorsitzende des Kreisverbands Traunstein des Bayernbunds, Heinz Wallner, hatte einen Scheck über 500 Euro für Schwoshuber mitgebracht. Bjr