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Bahnbrücke bei Amersberg eingehoben

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Der Brückenschlag ist vollzogen. Bis zur Fertigstellung am 16. Juni sind aber noch viele Arbeiten zu erledigen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf. Was lange währt, wird endlich gut: In einer spektakulären Aktion wurden die zwei jeweils 31,6 Tonnen schweren Fertigteilträger für die neue Bahnbrücke bei Amersberg am Sonntag gegen 22.30 Uhr eingehoben. Zahlreiche Zaungäste auf beiden Seiten verfolgten die etwa einstündige Aktion. Die Fertigstellung der Brücke ist bis 16. Juni geplant. Die marode, alte Brücke hatte aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen, um zu verhindern, dass Teile des porösen Betons auf die durchfahrenden Züge fallen.


Lange hingen die Anwohner, darunter mehrere Landwirte, die ohne die Brücke weite Umwege zu ihren Feldern fahren müssten, in der Luft. Im Januar 2012 beschloss der Marktgemeinderat schließlich, eine Planung für den Brückenneubau in Auftrag zu geben, um einen Förderantrag stellen zu können. Im März 2013 erfolgte nach Zusage von bis zu 63 Prozent Zuschuss der definitive Beschluss für den Bau der Brücke. Die endgültigen Kosten mit Aufteilung zwischen Bahn und Gemeinde werden derzeit von einem externen Fachbüro ermittelt. Im Oktober wurde die alte Brücke mit einem neunachsigen 500-Tonnen-Kran ausgehoben. Um das Schauspiel der Brückeneinhebung verfolgen und fotografieren zu können, kamen die ersten Schaulustigen bereits am Sonntag früh, da die neue Brücke ursprünglich um 7 Uhr kommen sollte. Der Termin verschob sich jedoch kurzfristig noch um einige Stunden. Erst gegen 22.30 Uhr war es endlich soweit. Die zwei Einzelteile aus Stahlbeton wurden von zwei großen Schwertransportern angeliefert und von einem fünfachsigen 300-Tonnen-Autokran an die richtige Stelle platziert. Natürlich war die nächtliche Baustelle grell ausgeleuchtet.

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»Das war super«, zeigte sich Anwohner Georg Noppinger, einer der betroffenen Landwirte, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts beeindruckt. Mitten in der Nacht erlebte das ansonsten ruhige und beschauliche Amersberg ein ständiges Kommen und Gehen. Danach feierten die Anwohner noch kurz miteinander das freudige Ereignis. »Das war ein großer Tag für uns. Es hat sich rentiert, dass wir gekämpft haben«, erklärte Noppinger.

Die neue Brücke hat eine lichte Weite – der Abstand von Widerlager zu Widerlager – von 17 Metern, eine Fahrbahnbreite von vier Metern statt der früheren 3,50 Meter und eine Gesamtbreite von 5,85 Metern. Nun kommt noch eine Betonplatte darauf. Auch das Geländer, die Asphaltdecke und die Straßenanbindung müssen noch erstellt werden sowie das unmittelbare Umfeld der Brücke gestaltet werden. vm