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Bäume fällen in Traunreut: Laub und Schmutz ärgert Anwohner

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Die vier Eichen am öffentlichen Parkplatz und eine Kastanie am Föhrenweg sollen nach dem Willen des Bauausschusses nicht gefällt werden. Die Anwohner der Häuser Föhrenweg 1 bis 2b hatten geklagt, dass vor allem die Eichen viel Schmutz verursachen und die Autos von den Eicheln beschädigt werden könnten. (Foto: Rasch)

Traunreut – Ob in den Traunauen, in öffentlichen oder privaten Bereichen – derzeit werden in Traunreut auffallend viele Bäume gefällt; entweder, weil sie schadhaft sind, oder weil sie aufgrund ihrer Größe eine Gefahr darstellen könnten.


Dass Bäume auch Schmutz hinterlassen, liegt in der Natur der Sache, ärgert aber die Bewohner der Häuser Föhrenweg 1 bis 2b.

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Mit ihrem Antrag an die Stadtverwaltung, einen Kastanienbaum und vier Eichen entlang des öffentlichen Parkplatzes vor ihren Häusern zu beseitigen, hatten sie aber keinen Erfolg: Der Bauausschuss war sich in seiner Sitzung einig, die Bäume nicht zu fällen. »Wir haben das ja eben mit den Anliegern diskutiert«, war der einzige Kommentar von Bürgermeister Klaus Ritter.

Vor der Sitzung gab es einen Ortstermin, bei dem die Anwohner den Vertretern des Bauausschusses und der Verwaltung ihr Leid geklagt hatten. Wie Stadtrat Sepp Winkler (Bürgerliste) dem Traunsteiner Tagblatt sagte, seien dem Ausschuss die Argumente der Antragsteller zu »dünn« gewesen.

Der Bauausschuss stimmte der Verwaltung zu, die erklärte, die Bäume seien auf Standsicherheit überprüft worden. Dabei seien keine Mängel festgestellt worden. Auch die Aussage von Stadtgärtner Robert Kratzer, dass die Eichen Tiefwurzler seien, die gleichzeitig zur Stabilität des Hanges beitragen, überzeugte den Ausschuss.

Den Anliegern sind vor allem die Eichen seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. »Diese Eichen machen nicht nur noch mehr Dreck und Arbeit als die Kastanie, sondern werfen ihr Laub über mehrere Monate von August bis April im nächsten Jahr ab«, hieß es in dem Antrag. Wie Antragsteller Helmut Breitwieser dem Traunsteiner Tagblatt sagte, hätten die Anlieger kein Problem damit, wenn anstatt der Eichen andere Bäume gepflanzt würden, die nicht von August bis April Laub abwürfen.

Die Fällung der circa 15 Jahre alten Eichen würde ihrer Ansicht nach der Stadt auch keine finanziellen Nachteile bringen, zumal diese wild aufgegangen seien. Die Kastanie, die ebenfalls eine ziemliche Plage sei, habe ein Anlieger gepflanzt. Die Eichen seien mittlerweile so groß, dass ihre Eicheln auf die parkenden Autos fielen, die dadurch beschädigt würden. Das Harz der Bäume beschmutze die Autos im Sommer.

Der ganze Schmutz und das Laub würden von den Anwohnern entsorgt, obwohl dies eigentlich Aufgabe der Stadt wäre. »Die Arbeiter der Stadt kommen nur einmal im Jahr und schauen nach dem Rechten. Die Kehrmaschine fährt auch nicht oft vorbei.« Einige Anwohner seien in einem Alter, wo sie solche Aufgaben nicht mehr verrichten könnten.

Die Bauhofleitung wies die Einschätzung der Anwohner zurück. So werde der Föhrenweg alle fünf bis sechs Wochen gereinigt. Durch parkende Autos der Anwohner oder Besucher sei es aber oft schwierig, die ganze Fläche vollständig zu säubern, heißt es in einer Stellungnahme.

Etwas kurios fanden die Bauausschussvertreter die Aussage der Anwohner, dass es sich bei den dort parkenden Autos nicht um ihre eigenen handle, sondern um Autos von Bewohnern der angrenzenden Wohnblocks, darunter auch Dauerparker. »Von uns parkt hier nur selten wer.« Am Rande des Ortstermins spekulierten die Anwohner, wie sich der Ausschuss entscheiden wird. »Ich bin gespannt, wer sich für uns einsetzen wird.« Die Entscheidung fiel aber eindeutig zugunsten der Bäume aus. ga