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Bäckergesellen und Fachverkäuferinnen haben krisensicheren Beruf gewählt

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Sie sind die Prüfungsbesten: Bei den Bäckern erreichte Christian König den besten Abschluss, bei den Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk Bäckerei war dies Christina Reitenberger. Das gute Ergebnis freute auch den stellvertretenden Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter (rechts), sowie die beiden Innungsobermeister Klaus Schneider (Traunstein, links) und Herbert Zechmeister (Berchtesgaden, Zweiter von links). (Foto: Wittenzellner)

Das Bäckerhandwerk in der Region bekommt beruflichen Nachwuchs: Für 20 Bäckerlehrlinge und 11 Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk Bäcker ging jetzt mit der Freisprechung die Lehrzeit zu Ende. Eine Zahl, die den Verantwortlichen der Bäcker-Innung zu niedrig ist. Gefeiert wurde trotzdem. Mit dem Bestehen der Prüfung wurden die Fachkräfte in einer würdigen und ansprechenden Feier gemäß der Jahrhunderte alten Tradition von den Pflichten des Lehrverhältnisses freigesprochen und in den Stand der Gesellen gehoben. Die Zeremonie, die traditionell den Höhepunkt der Lehrzeit in den verschiedenen Handwerks-Innungen darstellt, wurde vom Stellvertretenden Kreishandwerksmeister für den Landkreis Traunstein, Bäckermeister Gerhard Kotter durchgeführt.


Der Traunsteiner Innungs-Obermeister Klaus Schneider sagte, die Innung habe viel daran gesetzt, dass der »große und wichtige Tag im Leben der Prüflinge einen würdigen Rahmen bekommt«. Die jungen Handwerker hätten einen traditionsreichen und krisenfesten Beruf gewählt, dessen Historie sich bis zu den Ägyptern der Antike zurückverfolgen lasse. In Bayern würden von jedem Einwohner durchschnittlich rund 84 Kilogramm Backwaren pro Jahr gegessen, »aber der Markt ist gedeckelt« so der Obermeister. Den künftigen Gesellen gab er mit, dass sich das Bäckerhandwerk wieder auf seine Stärken besinnen müsse, die er mit »Qualität, Frische und Vielfalt« benannte, der noch Freundlichkeit und Fachkompetenz im Verkauf beigemischt werden müssten.

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Herbert Zechmeister, Innungs-Obermeister der Berchtesgadener Bäcker-Innung führte aus, dass von den Fachkräften gerade im Verkauf verlangt werde, sich in die Wünsche des Kunden hinein zu versetzen. Trotz des Einzugs modernster Computertechnik in den Backprozess blieben Bäckereien auch weiterhin Handwerksbetriebe, der Bäcker benötige alle Sinne, um beliebte Backwaren herzustellen.

Man habe als dualer Partner versucht, die Berufsschulabsolventen zusammen mit den Ausbildungsbetrieben zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen, betonte Oberstudiendirektor Willi Barke von der Staatlichen Berufsschule I Traunstein. Der bekennende »Samstag-Morgen-Semmelholer« sagte, für ihn sei der Gang zum regionalen Bäcker eine Möglichkeit, »gute Laune nach Hause zu bringen«. An die Jung-Gesellen gerichtet sagte er, er könne sich kaum etwas Schöneres vorstellen, als einen Beruf zu erlernen, wo man dafür sorgen könne, dass es dem anderen gut gehe.

Ulrich Genghammer, Schulleiter der Berufsschule der Jugendsiedlung Traunreut, machte deutlich, dass die erfolgreiche Ausbildung eine »Investition in die Zukunft« sei. Der Gesellenbrief sei eine Eintrittskarte ins Berufsleben. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass in der »Wissens- und Ideengesellschaft »eine dauernde Weiterbildung nötig sei. »Um bestehen zu können, dürft ihr nicht nachlassen.« Damit ging es zur Freisprechung. Stellvertretender Kreishandwerksmeister Kotter gratulierte dem Berufsnachwuchs für das gezeigte Können und den Fleiß. »Das verdient große Anerkennung.« Für Erheiterung sorgte seine Ausführung zu der historischen Bedeutung der Freisprechung. War doch gerade das Lehrverhältnis zwischen Lehrherrn und dem Lehrling einst von massiven Einschränkungen gekennzeichnet, die der Lehrling über sich ergehen lassen musste – eine Züchtigung eingeschlossen, von der der Junggeselle erst mit dem Akt Freisprechung befreit war. Im Nachgang sprach er die Auszubildenden frei und hob sie damit in den Stand der Jung-Gesellen. »Macht eurem Handwerk stets Ehre«, sagte der stellvertretende Kreishandwerksmeister. Anschließend erhielt jeder, der die Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, seinen Gesellenbrief und einen Blumenstrauß. Bei den Bäckern war Christian König vom Ausbildungsbetrieb Bäckerei Hans-Michael Schmuck aus Grassau der Erfolgreichste. Er legte die Prüfung mit einem Notendurchschnitt von 2,3 ab. Bei den Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk Bäckerei stand Christina Reitenberger vom Ausbildungsbetrieb Unterreiner GmbH & Co. KG Freilassing ganz vorne und erreichte einen Notendurchschnitt von ebenfalls 2,3. Auch die erfolgreichen Gesellen der Winterprüfung wurden nochmals benannt und ihre Leistungen kurz gewürdigt. awi