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Azubimangel verfestigt sich

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Traunstein. Trotz eines größeren Angebots an Lehrstellen im Landkreis Traunstein haben die Unternehmen im letzten Jahr weniger Azubis für eine Ausbildung gewonnen als noch im Vorjahr. So schlossen die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung im Landkreis im letzten Jahr 712 Ausbildungsverträge ab, ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In ganz Oberbayern stand 2012 unter dem Strich ein Rückgang um 2,3 Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.


»Der Mangel an Bewerbern verfestigt sich und betrifft alle Branchen«, sagt Werner Linhardt, Vorsitzender des IHK-Gremiums Traunstein. Während die Unternehmen angesichts des erwarteten Fachkräftemangels und gut laufender Geschäfte weiter stark in die Ausbildung investierten, sei die Zahl der Bewerber rückläufig, erläutert er. So verließen zunehmend geburtenschwächere Jahrgänge die allgemeinbildenden Schulen und der Trend zum Studium und zu weiterführenden Schulen wie der Fachoberschule halte an, so Linhardt. Rund 20 Prozent der oberbayerischen Unternehmen gaben 2012 an, dass sie nicht alle Lehrstellen besetzen konnten.

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»Für die Bewerber war die Auswahl an Lehrstellen dagegen noch nie so groß«, sagt Linhardt. Der Arbeitsagentur wurden demnach im vergangenen Jahr 1508 offene Lehrstellen im Landkreis Traunstein aus allen Ausbildungsbereichen gemeldet, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon blieben jedoch 167 unbesetzt. Dagegen verzeichnete die Arbeitsagentur nach Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst 2012 im Landkreis nur noch weniger als drei unversorgte Bewerber.

Linhardt lobt die Anstrengungen der Betriebe, frühzeitig auf den potenziellen Fachkräftenachwuchs zuzugehen, Schülern mit weniger guten Noten eine Chance zu geben und mit Angeboten wie dem Dualen Studium neue Bewerberkreise anzusprechen. Die große Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zeigt sich laut Linhardt auch darin, dass die IHK in ganz Oberbayern im Jahr 2012 1266 Betriebe erstmals für die Ausbildung gewinnen konnte.

»Leider unterschätzen viele Schulabgänger die hervorragenden Perspektiven durch eine betriebliche Ausbildung, die sich gerade in unserer Region ergeben«, beklagt Linhardt. Er appelliert an die Schüler, Betriebspraktika in den Schulferien zur Berufsorientierung zu nutzen und sich über Betriebe zu informieren. Im Landkreis Traunstein sind 406 IHK-Unternehmen in der Ausbildung aktiv und stehen für 50,5 Prozent aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse.