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Authentische »Glücksmomente« in Truchtlaching

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Der geplante Alz-Rundweg könnte für Truchtlaching eine touristische Bereicherung werden. In der Versammlung des örtlichen Verkehrsvereins wurde das Konzept präsentiert. Das Modell zeigt eine Brücke in »Loopingform«, wobei das Geländer wie ein Looping weitergezogen wird. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Authentisch sollen sie sein, die »Glücksmomente«, die in Truchtlaching für Einheimische und Besucher geschaffen werden sollen. »Wir wollen keinen Jurrasic Park, keine künstlich aufgesetzte Welt schaffen, sondern auf die regionalen Stärken setzen und die vorhandenen Ressourcen zur Geltung bringen«, sagte der Vorsitzende des Truchtlachinger Verkehrsvereins, Matthias Untermayer, bei der Vorstellung des Ideenkonzepts »Truchtlachinger Natur Glücksmomente – Augen/Blicke/Erleben« im neuen Bürgersaal in Truchtlaching.


Um Truchtlaching zu beleben und touristisch attraktiver zu machen, hat sich eine Touristikgruppe Gedanken gemacht und mit Unterstützung eines professionellen Kreativunternehmens ein Konzept erarbeitet, das den Mitgliedern des Verkehrsvereins jetzt präsentiert wurde. Darin vorgesehen ist ein rund 1,9 Kilometer langer Rundweg an der Alz, in den die traumhaften Plätze mit eingebunden und thematisch und zielgruppengerecht inszeniert werden sollen.

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In Truchtlaching gibt es eine Reihe solcher Traumplätze, die nicht nur leicht zu erreichen sind, sondern auch einen fantastischen Ausblick auf Ort und Umgebung bieten. Diese »Glücksmomente« und Plattformen könnten ansprechend gestaltet werden. Nach den Vorstellungen der Initiatoren würde der Themenweg, der vom Alzbad aus größtenteils über bereits ausgewiesene Wege führen könnte, eine Querung der Alz im Bereich des Wasserkraftwerks auf Höhe der Brauerei Camba Bavaria notwendig machen.

Probleme beim Landschaftsschutz

Aber bereits hier und bei der weiteren Route in Richtung Dorf treten die ersten Fragezeichen auf. Denn der Landschaftsschutz hat ein Wörtchen mitzureden. Die ersten Gespräche mit den Behörden seien nicht sehr vielversprechend gewesen, sagte Untermayer. »Wir sind uns bewusst, dass wir die Latte sehr hoch gelegt haben, wollen aber dran bleiben«. Gleiches gilt für einen Weg entlang der Staatsstraße zwischen der »Camba« und dem Dorf. Nach Ansicht der Initiatoren wäre ein Geh- und Radweg auf der Alzseite ideal, aus Landschaftsschutzgründen zu 99 Prozent aber nicht realisierbar. Ein Geh- und Radweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite würde bedeuten, dass die Kosten von der Gemeinde übernommen werden müssten. Laut Straßenbauamt gebe es dafür keine Förderung.

»Gute Geschichte« für den Tourismus

Auch Bürgermeister Bernd Ruth befürchtet, dass die baulichen Maßnahmen aufgrund der Auflagen und der finanziellen Belastung nur schwer zu stemmen sein werden. An einem Weg von der »Camba« ins Dorf sollte man auf jeden Fall festhalten. Das Projekt als solches wertete er als eine »gute Geschichte« für den Tourismus. Dieses könne aber nur funktionieren, wenn auch die Bevölkerung dahinterstehe und sich einbringe, betonte er ausdrücklich.

Untermayer wies darauf hin, dass beispielsweise für die einzelnen Stationen sogenannte Patenschaften übernommen werden könnten. Wichtig sei, dass sich die Bürger einbringen, um auch dem »Leader«-Gedanken Rechnung zu tragen. Die fertige Endpräsentation des Ideenkonzepts soll im Leader-Plus-Förderprogramm eingereicht werden. Die Initiatoren hoffen, dass das Projekt in das europäische Förderprogramm aufgenommen wird, das einen Zuschuss der Kosten von 50 Prozent in Aussicht stellt. Die geschätzten Kosten für die Maßnahmen ohne das Brückenbauwerk und den Geh- und Radweg liegen je nach Ausführung zwischen 500 000 und 700 000 Euro. »Wenn wir in den nächsten zehn Jahren einiges auch nur schrittweise umsetzen könnten, hätten wir schon viel erreicht«, sagte Untermayer.

Gemeinderat Sepp Daxenberger (CSU) meinte, das Projekt in jedem Fall weiter zu verfolgen und die Messlatte ganz oben liegen zu lassen. Der Gemeinderat sollte alles daran setzen, das Projekt zu unterstützen, damit es so weit möglich auch umgesetzt werden könne. Rudolf Mayer (FW) hingegen hat massive Bedenken, dass vor allem die Bauwerke, wie die Brücke und der Geh- und Radweg finanziell zu stemmen seien. Er bezweifelte, dass der Bau des Geh- und Radwegs kurzfristig realisierbar und finanzierbar sei.

Vielzahl von Ideen für das Konzept

An Ideen und Themen mangelt es dem Konzept, das von der Gemeinde, der Alzgruppe, der Brauerei Camba Bavaria und der Schreinerei Daxenberger finanziert wurde, nicht: Der Erlebnisstart mit einem Infopoint könnte am Alzbad sein, wobei der Kinderspielplatz ergänzt und als »Wasserspielplatz« inszeniert werden könnte. Eine Brückenkonstruktion in »Loopingform« und symbolisierten Steinen, die den Weg über einen Gitterroststeg vorgeben, könnte bei den Besuchern Aufmerksamkeit erregen. Auf der weiteren Strecke könnten die Plätze am alten Wasserreservoir und im Bereich des Rodelhangs beispielsweise für Jugendliche ausgelegt werden.

Das »Naturwohnzimmer« am alten Wasserreservoir könnte mit Liegen, Hängematten oder Sitzsteinen bestückt werden, der »Glücksplatz« Rodelhang mit Erlebniselementen sowie Panoramatafeln oder Sichtrohren, die Blicke auf die Landschaft lenken. Das sogenannte »Ochsenbankerl« in Ried könnte als kleiner, einfacher Rastplatz ausgewiesen werden. Die Ausführung des Ochsenbankerls könnte in Anlehnung an die Auerochsen gestaltet werden und in Hochöd würde sich eine Aussichtsspirale in Form eines Platzes der Begegnungen anbieten. ga