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Außenrenovierung des Sparzer Kircherls

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Mit der Außenrestaurierung des Sparzer Kircherls wird demnächst begonnen. Eine Behelfszufahrt wurde bereits erstellt. Der Aufbau des Gerüsts ist im Gange. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit finanzieller Unterstützung der Erzdiözese München-Freising führt die Kirchenstiftung von St. Oswald in diesem und im nächsten Jahr die Außenrenovierung des Sparzer Kircherls durch. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 540 000 Euro.


Die Renovierung sei mehr als notwendig, betont Kirchenpfleger Hannes Huber. Die letzte Dachrenovierung erfolgte 1975, also vor mehr als 40 Jahren. Die Zwiebel des Turms wurde in den Jahren 2004/2005 neu mit Holzschindeln eingedeckt, sodass dort noch alles in Ordnung ist und es nichts zu tun gibt. Inzwischen ist bereits eine Behelfszufahrt aus Kies für die Baustellenfahrzeuge angelegt. Auch der Aufbau des Gerüsts ist im Gange.

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Im ersten Bauabschnitt wird das Dach saniert

In einem ersten Bauabschnitt wird die Erneuerung des Daches erfolgen. Der denkmalgeschützte Dachstuhl wird dabei saniert. Danach erfolgen die Anbringung der Schalung, die Eindachung mit neuen Holzschindeln und die Spenglerarbeiten. Mit der Schulleitung der Maria-Ward-Realschule wurde vereinbart, dass während der Abschlussprüfungen in der nahe gelegenen Turnhalle die Bauarbeiten Ende Juni für zehn Tage ruhen werden, um die Schülerinnen bei den Prüfungen nicht durch Baulärm zu stören. Das Ende der Arbeiten des ersten Bauabschnitts ist für Oktober geplant. Dann erfolgt der Abbau des Gerüsts.

Der zweite Bauabschnitt beginnt im Frühjahr je nach Witterung. Am Sockel der Außenfassade muss etwas gegen die Feuchtigkeit getan werden. Ausgebessert oder erneuert werden müssen die Fenster und Fensterbänke sowie die Türstürze aus Sandstein. Die Fassade bekommt dann einen neuen Anstrich.

Untersuchungen haben ergeben, dass auf der Wand des Sparzer Kircherls bis zu 17 Anstriche übereinander sind. Dabei stellte sich heraus, dass es bereits in früheren Zeiten »Graffiti« gegeben hat. An einer Stelle kam beispielsweise eine altdeutsche Inschrift eines Wallfahrers aus dem Jahr 1864 zutage.

Im Innenraum wird lediglich die Anbindung der Empore an den Turm statisch ertüchtigt, da sonst Einsturzgefahr für die Empore besteht. Da Figuren, Altar und Bänke vom Holzwurm befallen sind, wird der Innenraum des Sparzer Kircherls begast.

Die Geschichte des Sparzer Kircherls geht auf das Jahr 1659 zurück, als der Salzmeier (Salineninspektor) Johann Mauersperg um die Erlaubnis nachsuchte, einen Betstuhl oder eine kleine Kapelle mit einem Türmchen mit zwei Glöckchen zur Abwendung von Gewittern aufrichten zu dürfen. Die Bitte wurde ihm mit der Auflage gewährt, dass er statt des Betstuhls eine richtige Kapelle mit einem Altar errichten lässt. Noch im selben Jahr war die Kapelle fertig und es wurde die erste heilige Messe gefeiert.

Um 1739 kaufte der Traunsteiner Bürger Johann Tobias Hasholzner das Sparzer Anwesen. Hasholzner ließ an der Stelle der alten Kapelle das heutige Kirchlein bauen. 1893 verkaufte der damalige Besitzer Matthias Kirchleitner den gesamten Sparzer Besitz an die Englischen Fräulein zur Errichtung einer höheren Töchterschule. Das Sparzer Kircherl ist jedoch seit 1852 bis heute im Besitz der Pfarrei St. Oswald. Bjr