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Ausgerechnet zur Hochzeit kam der Wast zu spät

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Seit 50 Jahren gehen sie gemeinsam ihren Weg: Sebastian und Erna Weber. (Foto: Mix)

Traunreut. Sebastian und Erna Weber aus St. Georgen feiern am heutigen Samstag das Fest der Goldenen Hochzeit. Die beiden gaben sich am 18. Mai 1963 das Ja-Wort. Der »Weber-Wast« ist in St. Georgen bestens bekannt, war er doch lange Zeit Vorsitzender des katholischen Arbeitervereins und Mitarbeiter im gemeindlichen Bauhof.


Erna Weber wurde 1942 in Reit im Winkl geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. Ihre Eltern führten eine Pension in Blindau, in der sie als junges Mädchen mithalf. 1960 kam sie als 18-Jährige nach Traunreut, wo sie im Baumburger Bierstüberl in der Küche arbeitete. Sebastian Weber, Jahrgang 1939, wurde in St. Georgen in dem Haus an der Austraße geboren, in dem er noch heute mit seiner Erna wohnt. Auch er hatte drei Geschwister.

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Als junger Mann war er Knecht auf dem Bauernhof der Familie Bernhofer in Hochreit, später arbeitete er im Betonwerk Unterholzner und bei der Firma Rinke, ehe er zum Bauhof nach St. Georgen kam. Dort war er 34 Jahre bis zur Rente beschäftigt und kümmerte sich Sommer wie Winter darum, dass im Gemeindegebiet alles in Ordnung war.

Das Paar lernte sich in Traunreut an Ernas Arbeitsstelle kennen. Wenn er mit seinen Freunden im Bierstüberl einkehrte, konnte der junge Wast immer mal einen Blick auf das Mädchen in der Küche werfen. Als er eines Tages mit seinem Freund Toni bei dem Gasthaus vorbeifuhr, war Erna gerade dabei, die Fenster zu putzen.

»Die tät mir schon gefallen«, meinte der Wast zu seinem Freund und dieser ermunterte ihn: »Ja dann red sie doch an.« Kurzerhand fragte er sie, ob sie am Abend mit ihm ausgehen mag, und sie sagte zum Glück sofort ja.

Ausgerechnet am Hochzeitstag 1963 kam der sonst immer absolut pünktliche Wast zu spät. Zuerst hatte er schon Probleme mit seinem neuen Hemd, das nicht passte, dann kam auch noch sein Fahrer zu spät, weil er erst noch sein Auto auftanken musste. Braut und Gäste warteten schon, als er endlich am Standesamt in St. Georgen eintraf. Schon ein Jahr nach der Hochzeit kam der erste Sohn der beiden, Sebastian, zur Welt und zwei Jahre später die Zwillinge Christian und Marlies. Inzwischen hat das Jubelpaar fünf Enkel.

Der »Weber-Wast« ist in Stein und St. Georgen vor allem durch seine 28-jährige Vorstandszeit beim katholischen Arbeiterverein bestens bekannt und allseits beliebt. Unter seinem Vorsitz öffnete sich der Verein, bei dem zuvor nur Männer Mitglied sein konnten, für Frauen und später konnte der Wast auch noch die Dirndlschaft Stein im Verein aufnehmen. Auch das Waldfest auf der Steiner Burg wurde unter seiner Regie wieder belebt und wird jedes Jahr im August durchgeführt.

Erna Weber kümmerte sich während all der Jahre um das Haus und die Kinder und war nebenbei noch als Gemeindedienerin und Reinigungsfrau im Feuerwehr- und Schulhaus tätig. Im Arbeiterverein war sie zudem für die Organisation der jährlichen Ausflüge verantwortlich und steckte viel Liebe und Engagement in diese ehrenamtliche Tätigkeit.

Die beiden haben ihr Leben lang viel gearbeitet, viel gespart und ihr Heim nach und nach erweitert und modernisiert. Heute ist Sebastian Weber noch ehrenamtlich für die Rasenpflege und das Schneeräumen am Pfarrhof in St. Georgen zuständig. Auch nach fünf gemeinsamen Jahrzehnten verstehen sich die beiden bestens.

Der Wast macht gerne seine Späßchen und ist immer für eine Gaudi zu haben, und seine Erna weiß genau, wie sie ihn nehmen muss. Und wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gibt, reden die beiden es aus und dann passt es wieder zwischen ihnen. Ihren Ehrentag verbringen die beiden heute mit Familie und Freunden in Südtirol, wo sie schon seit Jahrzehnten hinfahren und viele schöne Kurzurlaube verbracht haben. mix