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Aus Sparz weit mehr als eine »Lernfabrik« gemacht

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Beliebt bei Schülern, Eltern und Lehrerkollegium gleichermaßen: Karl Wastlschmid, Schulrektor in Sparz, geht in den Ruhestand. Schülerinnen überreichten stellvertretend einen selbst gefertigten Kalender und übergaben ihm 13 Blumen – für jedes Schulleiter-Jahr eine Blume. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Sein Name ist untrennbar mit der Maria-Ward-Schule Sparz verbunden: Realschuldirektor im Kirchendienst, Karl Wastlschmid, war seit 36 Jahren in Sparz tätig – erst als Lehrer, später als Konrektor, seit 2000 als Schulleiter. Unter seiner Leitung wuchs die Schule von 610 Schülerinnen in 22 Klassen auf nun rund 850 Schülerinnen in 32 Klassen. Jetzt wurde er in den Ruhestand verabschiedet.


Das ganze Berufsleben in Sparz verbracht

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Vor der Verabschiedung feierte man einen Gottesdienst. Unter den rund 130 geladenen Gästen waren auch einige frühere »Sparzer Schwestern« bei dem Festakt. Konrektorin Irene Niedermeier würdigte mit ihrer Stellvertreterin Diana Wörz die berufliche Lebensleistung Wastlschmids, der sein ganzes Berufsleben an einer Schule verbracht habe. Mit Bildern vom Wirtschafts- und Erdkundelehrer aus den späten 1970er und 1980er Jahren hatten sie die Lacher auf ihrer Seite. Wastlschmid sei zu einer Zeit an die Schule gekommen, in der 97 Prozent der Lehrer weiblich waren: »Da steht man unter ständiger Beobachtung«.

Ordinariatsdirektorin Dr. Sandra Krump sprach von »der beeindruckend langen Zeit« des in Frühling bei Trostberg geborenen Realschuldirektors, der zum Glück für die Mädchenrealschule Sparz im Landkreis geblieben sei. Die Schule habe unter ihm eine beeindruckende Entwicklung genommen. Ihm sei daneben immer wichtig gewesen, die Schülerinnen im Geiste Maria Wards zu unterrichten, und aus dem christlichen Glauben heraus zu leben.

Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder sagte, Wastlschmid habe Sparz und das Schulleben ganz wesentlich geprägt. Er sei »mit verantwortlich, dass Sparz eine Perle geblieben ist. Sparz ist ein Gütesiegel.« Der Ort sei nicht nur eine »Lernfabrik«, in der im christlichen Wertekodex verankerten Schule könnten junge Menschen atmen. Hans-Dieter Franke, Stellvertretender Direktor des Katholischen Schulwerkes, sagte in Anlehnung an den Pferdefleisch-Skandal und die gelebten Werte der Schul-Namensgeberin Maria Ward: »Bei ihnen steht nicht nur Maria Ward drauf, die ist auch drin.«

Oberbürgermeister Manfred Kösterke lobte die gute Arbeit an der Schule, die wesentlich auch Wastlschmids Handschrift trage. Der gute Ruf der Schule wirke sich auch positiv auf die beruflichen Chancen der Absolventinnen aus: »Jeder, der eine Absolventin aus Sparz bekommt, kann sich glücklich schätzen«. Dem scheidenden Schulleiter gab er für dessen beruflichen Werdegang die Bestnote: »Ich verleihe ihnen eine Eins mit Stern«, so Kösterke, der Wastlschmid ein großes Luftbild von Sparz mitgebracht hatte. Und zu Ordinariatsvertreterin Dr. Kramp sagte er, »eine Turnhalle fehlt auf dem Bild«, hat die Schule doch nur noch in den kommenden zwei Jahren ein Nutzungsrecht für die bestehende Turnhalle.

Landrat Hermann Steinmaßl lobte Wastlschmid als »Kümmerer um alles«. Er habe verstanden, dass in der Schule nicht nur Wissen vermittelt werden solle, sondern »Menschen lebensfähig« gemacht werden sollten. Christliche Werte und die Eckpfeiler der christlichen Überzeugung Glaube, Hoffnung und Liebe seien in Sparz an Generationen vermittelt worden. »In fast jeder Familie gibt es jemand, der in Sparz zur Schule gegangen ist.« Neben einem handgemachten Krug brachte er eine Spende der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg anlässlich deren 150-jährigen Bestehens über 1500 Euro mit.

Zweite Elternbeiratsvorsitzende Elisabeth Titz sagte, der scheidende Schulleiter habe stets ein offenes Ohr für Nöte und Anliegen des Elternbeirats gehabt. Schülervertreter dankten für das gute Miteinander und überreichten ihm einen selbst gefertigten Kalender. Das Lehrerkollegium brachte ihm ein Lied dar, trauerte dem »Kapitän nach, der das Schulschiff jetzt verlässt«.

Freizeitplan für das erste halbe Rentnerjahr steht

Wastlschmid schloss in seinen umfangreichen Dank auch seine Gattin Michaela ein, die ihm 35 Jahre lang Pausenbrote hergerichtet habe. Langweilig werde es ihm auch künftig nicht: »Der Freizeitplan für das erste halbe Rentnerjahr steht«, sagte er unter lang anhaltendem Applaus.

Gestern konnten sich dann die Schüler noch von ihm verabschieden – diese hatten am Donnerstag bis auf die am Rahmenprogramm teilnehmenden Sängerinnen und Musikerinnen extra einen Tag frei bekommen. awi