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Aus Gasthof wird »Haus der Dorfgemeinschaft«

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Rund 80 Bürger ließen sich von Bürgermeister Rainer Schroll die Umbaupläne für das Zischek-Haus vorstellen. (Foto: Effner)

Vachendorf – Mit dem innen entkernten und komplett umgebauten Zischek-Haus könnte Vachendorf bald über ein neues Glanzstück an der Hauptstraße verfügen. Der 1861 erbaute, historische Gasthof, der bereits seit langem leer steht, soll als Treffpunkt und »Haus der Dorfgemeinschaft« für Vereine und Veranstaltungen neue Impulse setzen. 2014 hat die Gemeinde das Gebäude erworben, jetzt präsentierte Bürgermeister Rainer Schroll im Beisein von Architekt Thomas Bachmayer aus Vachendorf die Umbaupläne und Vorstellungen zur künftigen Nutzung.


Ein Gang durch die Räumlichkeiten zeigt schnell, dass die glorreichen Zeiten des nach der Familie Zischek benannten Hauses, die seit 1900 als Besitzer des Gasthofs eingetragen war, schon lange zurückliegen. Es riecht muffig, Putz und Farbe bröckeln von den Wänden, die Holztäfelung ist teilweise heruntergerissen und die Bodenfliesen kaputt. Im Keller gibt es noch enge, für heutige Bedürfnisse gänzlich ungeeignete Räume, die früher für die Getränkelagerung dienten. Die Balkone dürfen aus statischen Gründen nicht mehr betreten werden.

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Wie Schroll bei der Informationsveranstaltung mit den Eingabeplänen in den engen Räumen vor gut 80 Bürgern erklärte, will die Gemeinde das ortsprägende historische Gebäude für eine sinnvolle Nutzung wiederbeleben. Dies soll durch einen kompletten Umbau erfolgen, der zeitgemäßen Anforderungen an Schall- und Brandschutz, Wärmedämmung und Statik entspricht. Der Kostenvoranschlag ist mit 1,3 Millionen Euro angesetzt.

Um eine rund 60-prozentige Förderung in Anspruch nehmen zu können, müssen allerdings die Außenmauern stehen bleiben. Architekt Thomas Bachmayer informierte dazu, dass das 23 Meter lange Hauptgebäude aus Gründen des Feuchtigkeitsschutzes abschnittsweise unterfangen wird und eine neue Bodenplatte erhält. Für die statische Sicherheit sorgt ein Ringanker als Aufsatz für das neue Dach mit offenem Sichtdachstuhl. Der kleine Anbau im hinteren Bereich wird abgerissen und durch einen Anbau für Sanitäranlagen, Heizung, Toiletten, Küche, Treppenhaus und einen großen Bastelraum ersetzt. Für die Barrierefreiheit wird zusätzlich ein Aufzug installiert.

Der neue Treffpunkt soll laut Schroll einen wichtigen Akzent zur Aktivierung des Gemeindelebens setzen. Dies spiegelt sich auch im Raumplan des Hauptgebäudes wider. »Aufgrund des sehr regen Vereinslebens in der Gemeinde besteht dringender Handlungsbedarf, den derzeit sehr verstreut und beengt untergebrachten Vereinen insbesondere für ihre Jugendarbeit zusätzliche Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen«, sagte Schroll. Deshalb erhalten der Gartenbau- und Fremdenverkehrsverein, der Burschenverein, die KSK sowie der Musik- und Trachtenverein eigene Räume, die ebenso für Lager- und Archivzwecke genutzt werden können. Dazu kommt ein größerer multifunktionaler Gast- und Versammlungsraum. Auch das Gemeindearchiv soll im Erdgeschoß unterkommen.

200 Quadratmeter großer Bürgersaal

Einen ganz neuen Impuls erwartet sich der Gemeinderat von dem rund 200 Quadratmeter großen und über sechs Meter hohen Bürgersaal mit eigener Bühne im Obergeschoß, in dem rund 180 Besucher Platz finden. Einziger Haken sind an dem Bauvorhaben die Parkplätze. Hinter dem Gebäude, wo jetzt ein grüner Garten mit Obstbäumen blüht, sollen fünf Stehplätze mit einem kleinen begrünten Vorplatz entstehen. Die restlichen Parkplätze sind auf dem nicht weit entfernten Festplatz ausgewiesen.

Obwohl die Gemeinde bereits Schallschutzmessungen hat machen lassen, stieß die mögliche Geräuschentwicklung bei künftigen Veranstaltungen gerade bei den Anwohnern, die zur Informationsveranstaltung gekommen waren, auf Skepsis. Andere Besucher erklärten auf Anfrage des Reporters, dass sie in der »mutigen Planung« einen »wegweisenden Schritt für die Entwicklung des Dorflebens« sehen. Der Baubeginn ist für Herbst angesetzt. eff