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Aus Fremden wurden Vertraute

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Gemeindereferent Martin Riedl, Hasib, Esmail, Alireza, Mohammed, DinMohammed und Hamaulla tanzten den »Attan«. (Foto: Sojer)

Waging am See – Es hat sich einiges verändert, seitdem die Asylbewerber vor gut einem Jahr in den Gemeindebereich Waging gekommen waren. Das wurde beim Begegnungstreffen »Café International« im Waginger Pfarrsaal deutlich, das Gemeindereferent Martin Riedl organisiert. Ziel dieser Treffen ist es, sich zu »Entfremden.« Zudem wurde Annette Ampletzer aus Tittmoning vorgestellt. Sie soll ab 1. Januar 2017 als »Bufdi« in der Gemeinde Waging tätig werden und sich um die Belange der Flüchtlinge kümmern.


Der Kreis der Helfenden ist nach einem Jahr deutlich geschrumpft. Nur noch der harte Kern kümmert sich um die nach einem Jahr nun schon bekannteren Gesichter. Die Kinder der Asylbewerber sprechen inzwischen sehr gut Deutsch. Die Erwachsenen ziehen zwar nach, aber etwas langsamer als ihre Kleinen und der Einfachheit halber musste beim »Kaffeeklatsch« noch in die Muttersprache übersetzt werden.

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Martin Riedl stellte während des Treffens Annette Ampletzer aus Tittmoning vor, die sich für ein Jahr künftig um die Belange der Flüchtlinge kümmern wird. Die Gemeinde Waging hat im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Ampletzer als sogenannte »Bufdi« eingestellt, die nur noch offiziell genehmigt werden muss. Gemeindereferent Martin Riedl hofft, dass Annette Ampletzer spätestens zum 1. Januar 2017 ihren Dienst in der Gemeinde antreten kann.

»Sehnlichster Wunsch ist eine Arbeit zu bekommen«

Sowohl die Einheimischen als auch die Flüchtlinge sind mittlerweile zu vertrauten Gesichtern geworden und man wechselte schon so das eine oder andere Wort miteinander – man hat sich aneinander gewöhnt. Die einst »Fremden« fühlen sich viel sicherer in der Umgebung und spürbar gefestigt in ihrem neuen Zuhause. »Der sehnlichste Wunsch der Asylsuchenden ist eine Arbeit zu bekommen, damit sie endlich ihren Lebensunterhalt selbst stemmen können«, sagte Gemeindereferent Martin Riedl. Er hofft, dass sich noch einige potenzielle Arbeitgeber melden.

Der Nachmittag verlief ganz im Zeichen von afghanischer Musik und Tanz. Einige Männer wagten den »Attan« aus ihrer Heimat in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der Tanz hat mehr eine symbolische Bedeutung und dient als Zeichen der Unabhängigkeit. Eigentlich wird er nur zu wichtigen Anlässen aufgeführt, wurde am Begegnungsnachmittag berichtet. Dabei bilden die Tänzer einen großen Kreis, in dem bestimmte Schritte ausgeführt werden. Der Tanz beginnt langsam, wird aber von Takt zu Takt schneller, was auch die Schrittfolge beschleunigt. Kommt einer wegen des hohen Tempos in der Schrittfolge aus dem Takt, muss er den Kreis verlassen. Der »Gewinner« ist derjenige, der im Kreis als Letzter übrig bleibt. Begleitet wurden die Tänzer von einer afrikanischen Trommel und einer sogenannten »Dambura«, eine Langhalslaute, die nur aus zwei Saiten besteht. soj

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