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Aus einer Bauschutt-Deponie werden zwei neue Bauplätze

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Reit im Winkl. »Verfahren abgeschlossen« – Auf diesen einfachen Nenner waren etliche der Tagesordnungspunkte der jüngsten Sitzung des Reit im Winkler Gemeinderates zu bringen, was bei Bürgermeister Josef Heigenhauser und den Gemeinderäten sichtbar eine gewisse Erleichterung auslöste. Endgültig abgeschlossen werden konnten beispielsweise die Altlastensanierung eines kleinen Gewerbegebiets in der Loferau, die Rückabwicklung des Bebauungsplanes an der »Wirtsgwandn« und die Ausweisung des Wasserschutzgebiets für die neue Trinkwasserversorgung.


Über viele Jahre hatte der Altlastenfall in der Loferau die Gemeindeverwaltung und auch den Gemeinderat intensiv beschäftigt. Dann wurde beschlossen, dass umfangreiches Bodenmaterial des im Gemeindebesitz befindlichen Areals abgetragen werden muss. Im Herbst des vergangenen Jahres wurden so weit über 13 000 Tonnen Erdreich abgefahren, um einen Verkauf und eine anschließende Bebauung zu ermöglichen. Im Boden war umfangreicher Bauschutt vergraben worden, es wurde aber auch über eine Kontaminierung spekuliert. Über 170 000 Euro musste die Gemeinde für diese Bodensanierung ausgeben.

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Nun standen noch die Untersuchungsergebnisse aus und damit die Antwort auf die Frage, ob irgendeine, möglicherweise umwelt- oder gesundheitsgefährdende Verunreinigung vorliegen könne. Schon im Spätherbst hatte die beauftragte Firma Sakosta CAU GmbH bei umfangreichen Untersuchungen keine Auffälligkeiten konstatiert. Jetzt bestätigte das Landratsamt Traunstein diesen ersten Befund: »Wir, wie auch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein schließen uns der Bewertung an, dass mit der Entfernung der Auffüllungen (…) die Sanierung beider Grundstücke erfolgreich abgeschlossen wurde«, las Bürgermeister Josef Heigenhauser den Gemeinderäten aus dem Schreiben des Landratsamtes vor. Auch eine Untersuchung des Grundwassers habe keine unzulässigen Werte ergeben. Das Areal, das zwei Grundstücke umfasst, sei »multifunktional saniert«, so in den Ausführungen des Amtes weiter.

Einstimmig verabschiedet wurde von den Gemeinderäten eine Satzung zur Aufhebung des Bebauungsplans Wirtsgwandn. Dies war nach der öffentlichen Auslegung der letzte Verfahrensschritt in diesem langwierigen Verfahren. Dabei wollte der Grundstückseigentümer, ein ortsansässiger Hotelier, auf der als »Wirtsgwandn« titulierten Wiese östlich des Ortskerns sechs Bauparzellen ausgewiesen bekommen. Die Gemeinde hätte im Gegenzug die restliche Fläche, rund 55 000 Quadratmeter erhalten. Der Hotelier hatte sich schließlich um eine Rückabwicklung bemüht. Diese ist mit dem einstimmigen Satzungsbeschluss seitens des Gemeinderates nun auch vollzogen.

Vom Landratsamt Traunstein wurde jetzt offiziell das Wasserschutzgebiet genehmigt, das für den Betrieb der neuen Trinkwasserversorgung notwendig ist. Seit dem vergangenen Herbst wird der Ortskern mit neu erschlossenem Wasservorkommen aus vier Brunnen in den Weißgräben versorgt. Dies machte eine Ausweisung eines entsprechenden Wasserschutzgebietes erforderlich. Mit der Genehmigung dieses Gebietes ist nun auch die Baumaßnahme der neuen Wasserversorgung endgültig abgeschlossen.

Weiter beschäftigen will sich der Gemeinderat dagegen mit der Ausweisung von umfangreichen Bauflächen für Wohnhäuser: Gleich zwei Anträge lagen für die Sitzung zur Behandlung bereit. Allerdings forderten gleich vier Räte die Absetzung dieser Punkte, wofür sich jeweils auch deutliche Mehrheiten fanden. Nun will der Gemeinderat in Kürze in einer eigenen Sitzung über diese zukunftsweisenden Projekte am Gasteig und in Entfelden beratschlagen. ost