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Aus dem Leseraum wurde gemütliche »Ruheoase«

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Ein gemütlicher Raum entstand im ehemaligen Leseraum der Grassauer Tourist-Information. In dieser »Ruheoase« können Gäste in Prospekten und Büchern blättern. (Foto: T. Eder)

Grassau. Ihr kreatives Geschick bewiesen die Damen der Tourist-Information, allen voran deren Leiterin Christiane Lindlacher sowie Caroline Zeisberger, bei der Neugestaltung des ehemaligen Leseraums. Mit geringem finanziellen Aufwand, dafür mit vielen Ideen, wurde der Raum in eine »Ruheoase« umgewandelt. Offiziell wurde der Raum nun seiner Bestimmung übergeben.


Der Leseraum im ersten Stock der Tourist-Information hatte früher eher Kantinencharakter und wurde von den Gästen kaum wahrgenommen. »Wir wollten hier etwas ganz neues schaffen, das es in dieser Art im Achental noch nicht gibt«, sagte Christiane Lindlacher bei der kleinen Eröffnungsfeier. »Es war einmal ein Leseraum, wie ihn jede Tourist-Information vorhält, zweckmäßig eingerichtet. Doch wurde der Raum nie genutzt.

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So wurde überlegt, was der durchreisende Gast benötigt, zumal Grassau verkehrsgünstig an mehreren Fernwanderwegen gelegen ist und noch dazu die Bushaltestelle gleich vor dem Haus ist«, sagte sie. Der Gast erwarte einen schönen Raum, Möglichkeiten, auch einmal die Füße hoch zu legen, freies W-Lan, um E-Mails abzurufen und Steckdosen, um Akkus von Elektrofahrrädern und Mobiltelefonen zu laden.

Zeisberger sagte, nach dieser Bestandsaufnahme habe man überlegt, was zu Grassau gehöre: Berge, See, Tiroler Achen, Moor und Landwirtschaft. Dies sollte sich auch im Raum wiederfinden. Die Landwirtschaft werde mit einem Kuhfell symbolisiert, das Hochmoor mit einer Fototapete, der Torfabbau mit einem historischen Bohlenbrett des keltischen Bohlenweges, die Achen mit Flusssteinen, der See mit Korbliegen, der Wald mit Baumstämmen und Pflanzen.

Natürlich sollte sich auch das künstlerische Schaffen widerspiegeln und so sei es ein glücklicher Zufall gewesen, dass noch ein schönes altes Buffet des Schriftstellers August Sieghardt und dessen alter Schreibtisch vorhanden waren, die nun in der Ruheoase einen ansprechenden Raum gefunden haben. Mit einem alten Radio, das auch noch funktionsfähig ist, werde auf die Industriegeschichte der Körtingwerke eingegangen. Die Stühle rund um den antiken Tisch stammen aus dem alten Sitzungssaal, dem alten Lesesaal und der Heftergalerie.

Ergänzt wurde der Raum mit einem Paravent als optische Trennung zu den Liegestühlen, einem Ledersofa und einer Musikanlage, aus der auch Vogelgezwitscher kommt. Warme Farben an den Wänden werten den Raum zudem auf. Mit geringem finanziellen Aufwand wurde so ein gemütlicher und funktioneller Gästeraum geschaffen, in dem Gäste in Prospekten oder Büchern schmökern, Wandertouren planen und sowohl die technischen wie die eigenen Akkus aufladen können.

»Wir hoffen, dass dieser Raum, auf den auch gesondert hingewiesen wird, auf Zuspruch stößt und oft genutzt wird«, betonte Lindlacher. Bürgermeister Rudi Jantke wie auch Vermieter und Gemeinderäte zeigten sich begeistert. Jantke bezeichnete den Raum als Bereicherung und lobte die Damen für ihr Engagement und ihren Einfallsreichtum. tb