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Aus dem Blaserwirt wird ein Wohnhaus

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Der Gemeinderat genehmigte den Bauantrag auf Nutzungsänderung des derzeit leer stehenden Gasthofs Blaserwirt. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Zugestimmt wurde in der jüngsten Sitzung des Reit im Winkler Gemeinderats dem Bauantrag auf Nutzungsänderung des ehemaligen Gasthofs Blaserwirt in Entfelden. Nicht einverstanden war das Gremium aber mit einem Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Garagengebäudes an der Tiroler Straße. Neben der Zustimmung für Umbauarbeiten an einem weiteren Anwesen wurde noch eine Satzung über die Aufhebung einer Veränderungssperre erlassen.


Bereits im vergangenen Dezember hatte sich der Gemeinderat mit der geplanten Nutzungsänderung im Blaserwirt befasst und den Antrag abgelehnt. Der Grund dafür waren Unstimmigkeiten bei der Stellplatzberechnung und bei der Fassadengestaltung.

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13 Wohnungen sind geplant

Nach den nun vorgelegten Plänen werden 21 Stellplätze benötigt und auch nachgewiesen. Der Berechnung zu Grunde liegen acht Wohnungen mit einer Größe von über 80 Quadratmetern mit je zwei Stellplätzen und fünf Wohnungen mit einer Größe von unter 80 Quadratmetern mit je einem Stellplatz. Bürgermeister Josef Heigenhauser teilte mit, dass aus Sicht der Verwaltung die neue Stellplatzberechnung korrekt sei, die abschließende Prüfung aber beim Landratsamt liege.

Aufgrund des weiteren Kritikpunkts einer fehlenden Gliederung der Fassade wurde in den neuen Plänen durch das teilweise Anbringen von Fensterläden und einem Wechsel zwischen Putz und Holzverschalung eine Auflockerung der Ansichten erreicht. Georg Speicher war das aber noch nicht gut genug und er sah immer noch einen Verbesserungsbedarf für dieses »prägende Gebäude in Entfelden«.

Andreas Mühlberger und Alois Hipper bemängelten, dass die geplanten Balkone an der Südseite zu weit in den gemeindlichen Gehsteig hineinragen und eventuell auch den Straßenverkehr beeinträchtigen. Bürgermeister Josef Heigenhauser wies darauf hin, dass diesbezüglich die Straßenverwaltung des Staatlichen Bauamts seitens des Landratsamts am Baugenehmigungsverfahren beteiligt wird.

Der Gemeinderat erteilte dem Bauantrag bei drei Gegenstimmen das gemeindliche Einvernehmen, jedoch vorbehaltlich der Einigung hinsichtlich der Überbauung des gemeindlichen Gehsteigs mit Balkonen. Diese Zustimmung gilt auch für die vorliegende Abweichung von den Festsetzungen der gemeindlichen Baugestaltungssatzung hinsichtlich der Einschränkung von Dachflächenfenstern.

Weiter ging es in der Sitzung um den Antrag auf Vorbescheid eines Ehepaars auf Errichtung eines Garagengebäudes auf dem Grundstück ihres Anwesens an der Tiroler Straße in der Nähe des Festsaals. Geplant ist ein 13 Meter vom Haupthaus entferntes Gebäude für die Unterbringung von drei Stellplätzen und einer Holzlege mit den Außenmaßen von 15 auf 7,50 Meter.

Die Antragsteller waren bereits zu Vorbesprechungen im Landratsamt Traunstein. Von diesem liegt eine Stellungnahme vor, wonach die Situierung des geplanten Nebengebäudes wegen der Entfernung und der überdimensionierten Maße nicht mehr als dem Wohnhaus zugeordnet beurteilt werden kann. Vielmehr entstünde ein eigenständig zu beurteilender Baukörper mit bauplanungsrechtlich erheblich negativer ortsplanerischer Wirkung – und somit sei der Vorentwurf nicht genehmigungsfähig. Der Gemeinderat schloss sich der Rechtsauffassung des Landratsamts an und lehnte den Antrag einstimmig ab.

Keine Bedenken gab es dagegen bei einem Bauantrag auf An- und Umbauten an einem Anwesen am Anfang der Chiemseestraße. Der Anbau geht über das Erd-, Ober- und das Dachgeschoß, wobei im Erdgeschoß in dem Anbaubereich vier Glastüren eingebaut werden sollen.

Firma RVO bekam den Zuschlag

Bereits in der vorhergehenden Sitzung war beschlossen worden, eine Veränderungssperre im Geltungsbereich des sich derzeit in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans »Ortskern – nordwestlicher Teil« aufzuheben. Dieser Schritt wurde nun in Form eines Satzungsbeschlusses vollzogen.

Außerdem gab Heigenhauser bekannt, dass der Wanderbus für Reit im Winkl und Unterwössen zunächst für ein Jahr an die Firma RVO Traunstein als günstigsten Anbieter vergeben wurde. sh