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Aufruf zu Mitmenschlichkeit statt Rassismus

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Mit einem Lichterkreis gedachten rund 80 Bürger auf dem Stadtplatz der Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Rund 80 Bürger gedachten am Dienstagabend mit einem Lichterkreis auf dem Stadtplatz der Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee, die sich am 27. Januar zum 70. Mal jährte.


Die stille Gedenkstunde stand unter dem Motto »Mitmenschlichkeit statt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit«. Auch an die 1938 während der Reichspogromnacht vertriebene und später von den Nationalsozialisten ermordete Traunsteiner Familie Holzer wurde gedacht, ein Teilnehmer brachte eine Israelfahne mit. Daneben wurde mit einer Tafel an die Wahrung des Grundgesetzes appelliert, das – nicht zuletzt unter dem Eindruck der Schrecken des Hitler-Regimes – die Würde des Menschen im ersten Artikel als oberste Priorität benennt.

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Friedbert Mühldorfer von der »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten« betonte mit den Worten des Ausschwitz-Überlebenden und polnischen Journalisten Marian Turski: Ausschwitz beginne dort wieder neu, wo Andersdenkende diffamiert und gedemütigt würden. »Wir wollen mit dem Lichterkreis die Erinnerung von damals mit der Notwendigkeit von heute verbinden.« Angesichts von zunehmender Ausländerfeindlichkeit und Rassismus wolle man »dagegenhalten«. Er würdigte die Bereitschaft von Bürgern im Landkreis, gerade auch Flüchtlingen Mitmenschlichkeit entgegenzubringen. Man trete mit der Aktion neben dem Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz für ein weltoffenes und tolerantes Miteinander ein. Veranstaltet wurde die Gedenkstunde von der Initiative »Netzwerk gegen Rechtsextremismus im Landkreis Traunstein« in der sich Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Organisationen um die Koordinierung von Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bemühen. awi

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