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Aufregende und außergewöhnliche Geschichte

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Museumsleiter und »Vater des Denkmals«: Claus-Dieter Hotz fasste die Geschichte des Torfbahnhofs zusammen. (Foto: T. Eder)

Grassau. Nun ist die aufregende und außergewöhnliche Geschichte des Industriedenkmals »Torfbahnhof« in Rottau nachzulesen. In aufwändiger Recherchearbeit fasste Claus-Dieter Hotz, Museumsleiter und »Vater des Denkmals«, die Geschichte auf 96 Seiten mit über 100 Hochglanzfotos zusammen. Das Buch ist abwechslungsreich und spannend geschrieben und deckt zudem die Schwierigkeiten bis zur Unterschutzstellung des Denkmals auf. Erhältlich ist das Werk, das in der Reihe »Moor und Mensch« erschienen ist, unter anderem im Museum Torfbahnhof.


Torfbahnhof, ein Industriedenkmal? Diese Frage hatten sich Ämter und Gemeindeverwaltung in den späten achtziger Jahren gestellt. 1988 teilte das Ministerium mit, dass der Torfbahnhof in die Denkmalliste aufgenommen wird, der bereits genehmigte Abbruch war damit vom Tisch.

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Welches Bild sich damals dem »Vater« des Denkmals bot, ist in seinem Buch dokumentiert. In einem desolaten Zustand befand sich das Gebäude, dringende Grundsicherungs-maßnahmen waren notwendig und natürlich eine Bestandsaufnahme aller festen und beweglichen Exponate. Der Kampf um den dauerhaften Erhalt begann.

Hotz widmet sich in seinem Werk auch der Baugeschichte des Torfbahnhofs. Ihm gelang es, alte Zeichnungen und Pläne ausfindig zu machen, die ebenfalls in dem Buch zu finden sind.

Wie kontrovers die Beurteilung und Diskussion über die beiden Grassauer Museen »Klaushäusl« und »Torfbahnhof« geführt wurde, beleuchtet im Buch der Autor Klaus Bovers; er schildert auch die glückliche Wendung hin zu einer friedlichen Koexistenz.

Natürlich war und ist das imposante Gebäude immer wieder auch Motivvorlage vieler Künstler, und so sind Bilder und Zeichnungen von großen wie von kleinen Künstlern im Buch zu sehen. Schließlich sind im letzten Teil des Buches die Restaurierungsarbeiten dargelegt, die den Vereinsmitgliedern des »Vereins für Technik und Industriegeschichte« körperlich und dem Verein finanziell einiges abverlangten.

Hotz ist ein Buch gelungen, das die Schwierigkeiten, ein Denkmal zu erhalten, aufzeigt, aber auch die Erfolge vermittelt. Es macht dem Museumsverein Torfbahnhof Rottau, der sich seit einem Jahr um die Anlage kümmert, Mut, den Torfbahnhof auch für künftige Generationen als Beispiel industriellen Torfabbaus zu erhalten.

Claus-Dieter Hotz sieht sich verpflichtet, die Geschichte des industriellen Torfbahnhofs festzuhalten, und so soll 2015 der dritte Band dieser Reihe mit dem Titel »Moore im Handel, Moore im Wandel – Anfänge und Ende des industriellen Torfabbaus zwischen Inn und Salzach« erscheinen. Der erste Band trägt den Titel »Die Kendlmühlfilzen im Chiemgau – ein Hochmoor gebraucht, geschunden, geschützt«. tb