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Aufbruchsstimmung in das berufliche Leben tragen

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Ehrung der Besten: Einen hervorragenden Durchschnitt von 1,5 in Theorie und Praxis erzielten jeweils Maximilian Forster (Mitte) und Michael Wendl (rechts daneben) sehr zur Freude von Innungs-Ehrenobermeister Ewald Enzinger (links), Obermeister Josef Lechner (Zweiter von links) und Lehrlingswart Josef Bachmayer. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Das seit jeher traditionsbewusste regionale Zimmerer-Handwerk feierte im Gasthaus Sailer-Keller den Höhepunkt des Jahres: Gemäß der Jahrhunderte alten Tradition wurden die Lehrlinge nach ihrer dreijährigen Lehrzeit freigesprochen und in den Stand der Jung-Gesellen gehoben. 32 junge Zimmerer konnten diesen Tag würdig und in Tradition begehen.


Josef Lechner, Obermeister der Zimmerer-Innung Traunstein–Berchtesgadener Land, gratulierte den erfolgreichen jungen Handwerkern, machte aber auch gleichzeitig deutlich, dass das lebenslange Lernen nun erst beginne. Ein kontinuierliches Dazulernen zeichne einen qualifizierten Facharbeiter aus. Die nun fertigen Auszubildenden wolle man auch in den jeweiligen Betrieben weiter beschäftigen. Er bedankte sich auch bei den Lehrern der Berufsschule und den Ausbildern des Bildungszentrums und der Betriebe. »Das Verhältnis untereinander ist hervorragend«, sagte der Obermeister.

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Lehrlingswart Josef Bachmayer ging auf die Prüfungsinhalte ein. Von 34 Auszubildenden hätten nur zwei die Prüfung nicht bestanden. Er zeigte sich vor allem auch von der Leistung der Prüfungsbesten begeistert und dankte allen an der Prüfung Beteiligten. Den Jung-Gesellen räumte er ein, dass die drei Jahre lange Lehrzeit nicht immer einfach gewesen sei. »Aber wenige Berufe sind so abwechslungsreich wie der Zimmererberuf.« Dieser benötige »Herz und Verstand«.

Der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I Traunstein, Willi Barke, sagte, es sei »ein guter Jahrgang« gewesen. Man habe sich bemüht, im Unterricht einen hohen Praxisbezug herzustellen. Die jungen Zimmerer seien nun nach bestandener Prüfung in einem »beneidenswerten Lebensabschnitt«. Er ermutigte sie, ihre Chancen zu nutzen: »Macht was draus.« Schulleiter Ulrich Genghammer von der Berufsschule der Jugendsiedlung Traunreut betonte, die beruflichen Chancen, die sich nun für die Gesellen auftun würden und nannte hier insbesondere die Chance, den Meister zu machen oder ein Studium zu beginnen. Auch für ihn war klar, dass sich die Gesellen in einem Prozess des lebenslangen Lernens befinden würden. »Um bestehen zu können, dürft ihr nicht nachlassen, ihr müsst euch fortbilden.«

Alle an der Ausbildung beteiligten hätten zusammen viel Engagement gezeigt, sagte der stellvertretende Kreishandwerksmeister für das Berchtesgadener Land, Stefan Follmer. Diesen gebühre der Dank. Der erfolgreiche Abschluss und die würdige Freisprechungsfeier sollten eine »motivierende und leistungsfördernde Aufbruchsstimmung in das berufliche Leben tragen«. Im Nachgang sprach er die 32 jungen Zimmerer – darunter eine junge Frau – gemäß einer Jahrhunderte alten Tradition von den Pflichten des Lehrverhältnisses frei und hob sie in den Stand der Jung-Gesellen.

Bemerkenswert war bei der Übergabe der Gesellenbriefe insbesondere auch die Leistung der Prüfungsbesten: Maximilian Forster vom Ausbildungsbetrieb Holzbau Koch, Ainring, und Michael Wendl vom Ausbildungsbetrieb Josef Pletzer, Bischofswiesen, schafften jeweils das hervorragende Ergebnis von 1,5 in Theorie und Praxis.

Dass das lebenslange Lernen und Weiterbilden praktische Realität werden kann, machte zum Abschluss Ewald Enzinger deutlich: »Ich möchte euch anspornen, euren Meister zu machen«, betonte der Ehrenobermeister. awi