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Aufbruch in Richtung Bildungsregion

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Traunstein – 250 Gäste waren zum ersten Dialogforum des neuen Projekts »Bildungsregion Landkreis Traunstein« gekommen – unter ihnen politische Entscheidungsträger, Schulleiter, Jugendreferenten, Elternbeiräte, Schülersprecher sowie Vertreter von Wirtschaft und Verbänden. Als Ziel formulierte Landrat Siegfried Walch die Schaffung eines breit gefächerten Bildungsangebots für alle jungen Menschen im Landkreis Traunstein. »Uns ist besonders wichtig, dass sie bei uns bleiben und nicht wegziehen müssen, um den jeweils gewünschten Beruf zu erlernen.«


»Es war schnell klar, dass wir uns daran beteiligen«

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»Bildungsregionen in Bayern« ist ein Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung. In einer Bildungsregion arbeiten Schulen, Kommunen, Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und weitere außerschulische Organisationen zusammen, um die Bildungsqualität zu verbessern. »Es war schnell klar, dass wir uns daran beteiligen, denn Traunstein war schon immer ein Bildungslandkreis«, so Landrat Walch. Ausdrücklich betonte er, dass ein Hochschulabschluss nicht das »allein selig machende Bildungsziel« sei. »Die Wirtschaft schaut wieder verstärkt auf die duale Ausbildung. Alle Richtungen sind deshalb wichtig – ob akademisch, handwerklich oder kaufmännisch.« Die Schule sei nur ein Aspekt von Bildung. Mindestens ebenso wichtig seien Möglichkeit und Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Walch: »Eine besondere Rolle kommt dabei der Inklusion und Integration zu, weil uns beides bereichert.«

Regierungsvizepräsidentin Maria Els zollte dem Landkreis Traunstein großes Lob: Im »Deutschen Lernatlas« der Bertelsmann-Stiftung belegt er unter 75 vergleichbaren Landkreisen den elften Platz. Man fange daher nicht bei Null an. Dennoch werde die Weiterentwicklung zur Bildungsregion ein »spannender Prozess«.

Mit einer Präsentation der Bildungslandschaft im Landkreis Traunstein stellte Projektleiter Hans Zott vom Landratsamt die Grundlagen vor, auf denen jetzt weiter aufgebaut werden soll. Zwar verzeichne der Landkreis ein konstantes Bevölkerungswachstum – allerdings mit immer weniger jungen Menschen. Jeweils ein Drittel der rund 25 000 schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen besuche Grund-, Haupt- und Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien. Im Bereich der schulischen Bildung könne man auf ein gutes flächendeckendes Angebot zurückgreifen. Von den knapp 24 Millionen Euro Gesamtinvestitionen des Landkreises flössen heuer 12,3 Millionen allein in die Schulen. Dazu kämen Sachaufwandsleistungen in Höhe von 16,4 Millionen Euro. Auch das außerschulische Bildungsangebot könne sich sehen lassen. Dazu gehörten zum Beispiel Volkshochschulen, Musikschulen, Bildungswerke und Akademien. Wertvolle Beiträge zur Bildung lieferten auch Vereine, Wohlfahrtsverbände und Bibliotheken. »Leuchtturmprojekte« im Bereich der schon bestehenden Kooperationen seien die Zusammenarbeit der Traunsteiner Berufsschule I mit den Haupt- und Mittelschulen im Rahmen des »Traunsteiner Modells«, die Initiative »Beste Zukunft der Welt« der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Special Olympics, die Chiemgauer Kulturtage und das Traunreuter Mehrgenerationenhaus. »Damit ist der Boden für die vor uns liegende Arbeit gut bestellt«, betonte Zott.

Fünf Arbeitskreise widmen sich Einzelaspekten

Leitender Ministerialdirektor Bernhard Butz vom Kultusministerium und der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Oberbayern, Wilhelm Kürzeder, erläuterten die nächsten konkreten Schritte auf dem Weg zur Bildungsregion. Kern sind dabei fünf Arbeitskreise, die sich gezielt bestimmten Einzelaspekten innerhalb der weiträumigen Bildungslandschaft widmen. Anfang 2016 sollen die Ergebnisse in einem weiteren Dialogforum vorgestellt werden. Ziel ist dann die Vernetzung aller Angebote. Landrat Siegfried Walch: »Das Ergebnis dieses Prozesses wird nicht in der Schublade verschwinden, sondern jungen Menschen in unserem Landkreis viel Nutzen bringen.« fb