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Auf Spurensuche mit dem Rotkreuz-Suchdienst

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Aktueller denn je: Der Suchdienst des Roten Kreuzes, der Menschen hilft, das Schicksal ihrer vermissten Angehörigen zu klären.

Meist kennt man den Rotkreuz-Suchdienst aus Erzählungen der Kriegsgeneration, wenn damals nach dem Zweiten Weltkrieg Vater, Bruder, Sohn oder ein anderer Angehöriger nach Krieg und Flucht vermisst wurde.


Doch auch mehr als 70 Jahre später unterstützt der Rotkreuz-Suchdienst noch immer Menschen, die durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Nächsten getrennt wurden.

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Er hilft, Angehörige zu suchen, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen, Familien zu vereinen und Schicksale zu klären. Am heutigen internationalen Tag der Verschwundenen verweist der Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf dieses unentgeltliche Angebot, das auch hier in der Region schon vielen Menschen mit Auskünften über vermisste Angehörige geholfen hat.

Gegründet würde der Suchdienst nach dem Zweiten Weltkrieg, um den Verbleib von Kriegsvermissten zu klären. Noch heute gehen beim Rotkreuz-Suchdienst jährlich Tausende Anfragen von vorwiegend jungen Menschen ein, die wissen wollen, was aus ihren scheinbar spurlos verschwundenen Groß- oder Urgroßelternteilen geworden ist. Dank seiner umfangreichen Bestände und neu erschlossener Informationen aus russischen Archiven kann der Suchdienst oftmals helfen.

»Wer nach einem vermissten oder verschollenen Angehörigen sucht, kann sich jederzeit bei uns melden. Durch das große Netzwerk des Suchdienstes können wir in vielen Fällen eine Auskunft erteilen, die den Suchenden weiterhilft. Unsere Bemühungen sind in jedem Fall kostenlos«, betont Henning Hartenberger, Leiter der Sozialen Dienste beim BRK-Kreisverband Traunstein.

Suche auch nach lebenden Familienmitgliedern

Der Rotkreuz-Suchdienst steht aber natürlich auch für Suchen nach noch lebenden Familienmitgliedern zur Verfügung und kooperiert dabei eng mit Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften weltweit. So hilft er Geflüchteten und Migranten, die auf dem gefahrenvollen Weg nach Europa den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben.

Beim Projekt »Trace the face« können Suchende über die lokale Rotkreuzorganisation des Landes, in dem sie sich zum Zeitpunkt der Suche aufhalten, ihr Foto mit Angaben zu ihrer Person auf einer Internetseite veröffentlichen. »Ich suche meine Schwester, meinen Bruder, meine Familie«, wird dazu vermerkt. Angehörige, die dieses Foto sehen, können dann weltweit über ein Formular Kontakt zum Suchdienst und damit zum Suchenden aufnehmen. Die meisten Anfragen kommen aus Ländern wie Afghanistan, Eritrea, Syrien, Somalia oder dem Irak.

Der BRK-Kreisverband Traunstein unterhält eine der deutschlandweit rund 80 Suchdienst-Beratungsstellen. Anfragen können unter Telefon 0861/98 97 30 oder persönlich im Traunsteiner Rotkreuz-Zentrum gestellt werden. fb

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