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Auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben

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Samson Barnebas aus Eritrea strahlt. Er ist nach seiner Flucht in Teisendorf angekommen und fühlt sich dort sehr wohl.

Teisendorf. Eritrea, ein Land, in dem der Mensch wie ein willenloses Stück Fleisch betrachtet wird. Aus diesem Land wollen sie weg und nehmen unmenschliche Strapazen auf sich. Der 28-jährige Samson Barnebas ist einer der vielen jungen Flüchtlinge, die ihre Heimat, die sie lieben, verlassen müssen, weil sie nicht einer unmenschlichen Diktatur ausgeliefert sein wollen.


In der Heimat drohen Gefängnis und Tod

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Nicht Hunger, Krieg und Zerstörung treibt an, sondern das menschenverachtende System. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung und ungesicherten Angaben zufolge wahrscheinlich noch mehr sind inzwischen außer Landes. Das Land schottet sich nach außen hin ab. Das wenige, was man weiß, stammt von Flüchtlingen. So endet die Zugehörigkeit zur »falschen« Religion und »falsche« politische Ansicht im Gefängnis und dann meist mit dem Tod.

Nach seiner Schulausbildung – Samson Barnebas besuchte eine Gesamtschule und spricht gutes Englisch – musste er zum Militär. Dort bleiben sie oft solange, wie der Vorgesetzte es will. Das können Jahre, sogar Jahrzehnte sein. Eritrea befindet sich in einem dauernden Grenzkrieg mit Äthiopien und braucht Soldaten. Der Militärdienst von Samson dauerte von 2003 bis 2011, als er beschloss, zu fliehen. Die mit ihm in Teisendorf angekommenen, jungen Männer haben unabhängig voneinander eine ähnliche Vorgeschichte hinter sich.

16-stündiger Marsch in den Sudan

Als Fahnenflüchtiger aufgegriffen zu werden, bedeutet in Eritrea den sicheren Tod. Es hieß also für die Männer, so schnell wie möglich außer Landes zu kommen. Nach einem 16-stündigen Marsch erreichte Samson Barnebas die Grenze zum Sudan. Im Sudan hielt er sich ein Jahr lang im Grenzgebiet zu Libyen versteckt. Im Sudan entdeckt zu werden, bedeutet meist Entführung mit Folter, um Daten von Verwandten in Eritrea herauszugeben und diese Verwandten dann um Geld für die Freilassung zu erpressen.

In Libyen hielten ihn Soldaten über ein Jahr fest. Mit 1200 Dollar erkaufte er sich die Freiheit und gelangte für den Preis von 3300 Dollar auf ein nicht seetüchtiges Boot. Dieses verließ den Hafen nicht, das Geld war verloren.

Immer wieder half die in Norwegen lebende Familie seines Vaters finanziell. Mit einem anderen Boot ging es über das Mittelmeer. Die italienische Marine griff ihn und weitere 310 Flüchtlinge auf ihrer 15 Stunden dauernden Überfahrt auf.

Nach zehntägigem Aufenthalt in Italien ging es mit dem Zug nach München. Dort erhielten die jungen Männer und eine nigerianische Familie mit drei kleinen Kindern die Zuweisung in ein Haus an der Laufener Straße in Teisendorf, wo sie bis jetzt leben.

Unterstützt werden sie von allen Seiten. Die jungen Männer aus Eritrea entpuppen sich als sportlich, sie sind hervorragende Läufer. Auf dem Sportplatz sind sie gern gesehene Gäste und die Abteilung Leichtathletik des TSV Teisendorf prüft derzeit die Möglichkeit einer Mitgliedschaft. fü