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Auf der Suche nach der Kleinen Hufeisennase

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Die Kleine Hufeisennase liebt dunkle und verwinkelte Dachböden.

Noch vor etwa 50 Jahren ist die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) eine für Bayern typische und häufige Fledermausart gewesen. Nun suchen Biologen nach den letzten Vorkommen des Tieres am Alpenrand – und bitten die Bevölkerung um die Meldung von Fledermausquartieren.


Dass die Kleine Hufeisennase heute zu den seltensten Säugetierarten in Bayern zählt, liegt vor allem am Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und der Holzschutzimprägnierung im vergangenen Jahrhundert. In nur zwei Jahrzehnten verschwand die Art bis etwa 1980 fast vollständig aus unserer Kulturlandschaft.

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Obwohl zeitweise nur noch ein einziges Quartier in Bayern bekannt war, nämlich im Schloss Herrenchiemsee, überlebten vermutlich in mehreren Refugien am Alpenrand Einzeltiere, die übrigens bis zu 20 Jahren alt werden können. Erfreulicherweise entdeckte man in den vergangenen Jahren einige neue Vorkommen. Es gibt also Hoffnung, dass der Rückgang gestoppt ist, die Art sich sogar wieder leicht ausbreitet.

Der Landkreis Traunstein hat eine besondere Bedeutung für die Kleine Hufeisennase, da hier in den vergangenen Jahren bei Schleching, Ruhpolding und Petting neue Vorkommen entdeckt worden sind. Es besteht also die Hoffnung, dass noch weitere unbekannte Vorkommen existieren. Die mit einem Gewicht von nur etwa fünf Gramm sehr kleine und leichte Fledermausart ist ein wahrer Flugkünstler, der selbst in dichtem Blattwerk noch Mücken akustisch orten und erbeuten kann. Im Sommer nutzt die Kleine Hufeisennase zur Aufzucht der Jungtiere ausschließlich Gebäude. Am liebsten hat sie größere, gerne auch dunkle und verwinkelte Dachböden. Um in ihr Quartier zu gelangen, brauchen die Fledermäuse mindestens eine fußballgroße Öffnung, durch die sie hindurchfliegen können.

Im Sommer hängen die Hufeisennasen einzeln, wie kleine Birnen, in den Dachböden. Sie verstecken sich nicht in Spalten und Ritzen wie andere Fledermausarten und bilden fast nie eine dichte Gruppe. Auffällig ist auch die Flughaut, die wie ein Mantel um die Fledermaus gewickelt ist. Am Boden verraten kleine schwarze Kotkrümel die Anwesenheit der nützlichen Tiere.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt unterstützt mit einem gezielten Artenhilfsprogramm den Erhalt und die Wiederausbreitung der Art. Damit es erfolgreich sein kann, benötigen die beauftragten Fledermausexperten die Unterstützung aus der Bevölkerung im Landkreis Traunstein.

Beate Rutkowski, die vor Ort zuständige Biologin, bittet um Hilfe bei der Suche nach Sommerquartieren der Kleinen Hufeisennase. Sie nimmt Hinweise auf Vorkommen von Fledermäusen in Dachräumen entgegen. Wie Rutkowski betont, kann jede Meldung einen wichtigen Beitrag für den Schutz und den Erhalt dieser einzigartigen Fledermausart leisten. Zu erreichen ist die Biologin unter Telefon 0861/12297.