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Auf den Rauschberg soll eine neue Pendelbahn gebaut werden

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So soll nach einem Vorentwurf die künftige Bergstation der Rauschbergbahn aussehen, in dem auch das Restaurant für 300 Personen plus Sonnenterrasse integriert werden soll.
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Unser Archivbild entstand während des Baus der Rauschbergbahn im Jahr 1953, der nur sechs Monate dauerte.

Ruhpolding – Auf den Rauschberg soll künftig nach aktuellen Plänen eine neue Pendelbahn die Fahrgäste befördern. Dieses Konzept stellte der Geschäftsführer Roland Schnaitmann jetzt einem breiten Publikum vor. Wenn alles gemäß Zeitplan klappt, soll die Eröffnung im Dezember des nächsten Jahres sein.


Die jetzige Seilbahn auf den 1672 Meter hohen Ruhpoldinger Hausberg ist in die Jahre gekommen. Die damals »kühnste und schnellste Bergbahn Deutschlands« wurde 1953 ihrer Bestimmung übergeben. Die Kosten für die Bergbahn alleine betrugen zu jener Zeit 1,25 Millionen Mark, der Gesamtinvestitionsumfang lag bei über zwei Millionen Mark. Die Bahn wurde damals in Rekordzeit errichtet: Am 23. März 1953 wurde die Planungsgenehmigung erteilt und dann sofort mit dem Bau begonnen. In nur sechs Monaten wurde die Bahn fertiggestellt. Nach 65 Jahren Betriebszeit ist sie nun nicht mehr zeitgemäß.

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Wie Schnaitmann ausführte, werde allein der Instandsetzungsaufwand bis 2020 mit rund 1,5 Millionen Euro angesetzt. Zudem kommen Kapazitätsprobleme, hohe Windanfälligkeit und ein schwieriges Bergkonzept.

Darum soll an gleicher Stelle eine neue Pendelbahn gebaut und in der Bergstation dann auch das Restaurant für circa 300 Personen plus Sonnenterrasse integriert werden. Und für den Geschäftsführer ganz wichtig: Die Planungen sehen auch eine optimale Barrierefreiheit vor. Dafür soll das jetzige Rauschberghaus zurückgebaut und der Platz renaturiert werden. Das Längenprofil würde der heutigen Bahn entsprechen, die Kabinengröße aber von 20 auf 55 Personen erhöht werden. »Die Stationsstandorte sind identisch, werden aber neu gebaut«, so der Geschäftsführer. Zur Reduzierung der Windanfälligkeit sollen zwischen den Stationen fix gespannte Doppeltragseile verwendet werden und der Antrieb bleibt weiter im Tal. Durch das neue Konzept wäre es auch möglich, in besonderen Fällen einen unbegleiteten Betrieb durchzuführen. Ein modernes Bergekonzept soll zudem der Sicherheit der Fahrgäste dienen.

Nach der derzeitigen Prognose wird davon ausgegangen, dass die Kapazität auf rund 400 bis 450 Personen pro Stunde erhöht wird. »Das bedeutet, dass statt derzeit 22 000 regulär zahlender Fahrgäste künftig 45 000 befördert werden können, bei den Fahrgästen mit der Chiemgaukarte könnte die Steigerung von 58 000 auf 85 000 Personen erhöht werden«, so Schnaitmann. Allein der Gesamtumsatz bei der Bahn werde dann mit 1,3 Millionen Euro anzusetzen sein, der Umsatz der Gastronomie würde sich nach der Prognose mit 950 000 Euro mehr als verdreifachen.

Auch das angedachte Finanzierungskonzept des insgesamt 17 Millionen Gesamtprojekts, davon entfallen auf den Bau der neuen Pendelbahn rund 7,5 Millionen Euro, stellte der Geschäftsführer vor. Die Eigenmittel aus dem Gesellschafterdarlehen sollen 35  bis 40 Prozent ausmachen, aus Fördermitteln werden 25 bis 30 Prozent erwartet und 35 bis 40 Prozent der Kosten sollen über Fremdfinanzierungen gestemmt erden.

Was die Finanzierung angeht, warb er um Beteiligung. »Wir suchen dringend potentielle Investoren aus Ruhpolding, damit die Rauschbergbahn auch weiterhin in heimischen Händen bleibt«, meinte er. Dazu kündigte er eine interessante Verzinsung des Gesellschafterdarlehens an. hab

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