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Auf dem Erreichten weiter aufbauen

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Surberg. Er wolle die positive und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat fortsetzen, erklärte Bürgermeister Josef Wimmer bei der Vorstellung des Programms der Freien Wähler Gesamtverband Surberg-Lauter-Hufschlag im Wirtshaus Lauter. Weiterer Schwerpunkt sei eine solide Haushaltsführung mit Rückführung der Schulden, damit nachfolgende Generationen nicht zu viel belastet würden, sagte der einzige Bürgermeisterkandidat in Surberg.


Weitere Ziele seien eine bedarfsgerechte Baulandausweisung nach dem Einheimischenmodell, die Förderung der Kindertagesstätte und der Grundschule, der Ausbau der Eisenbahnüberführung in Hufschlag, für die derzeit das Planfeststellungsverfahren läuft, den Erhalt der ländlichen Strukturen durch den Ausbau einer der größer gewordenen landwirtschaftlichen Maschinen angepassten Infrastruktur, den Breitbandausbau für Hufschlag und Thannreit sowie die Entwicklung eines Energiekonzepts. Wimmer wandte sich gegen eine Wiederinbetriebnahme des Schießplatzes in Trenkmoos und gegen die Ausweisung eines Terminals in Huf-schlag. »Die Bürger in diesen Bereichen sind durch den Tierheimbetrieb und die Traunsteiner Nordumfahrung bereits genug belastet«, sagte er.

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In seinem Rückblick wies Wimmer auf den Ausbau der Kindertagesstätte und die Sanierung der Grundschule hin. Für die Partnerklasse wurde im vergangenen Jahr zudem ein behindertengerechter Zugang samt Treppenlift geschaffen. Das Feuerwehrhaus wurde saniert sowie um eine Garage und einen Schulungsraum erweitert. In der neuen Lagerhalle in Thalmühle könne die Feuerwehr ihre 3000 Sandsäcke einlagern. Außerdem sei dort Platz für Vereinsinventar. Der Ausbau des Breitbands habe der Gemeinde nach Abzug der staatlichen Förderung und des Anteils der Telekom als freiwillige Leistung rund 170 000 Euro gekostet.

Viel beschäftigt sei man durch den Bau der Nordumfahrung Traunstein gewesen. Diese sei eine gewaltige Entlastung für Hufschlag und Hallabruck. Das Verkehrsaufkommen sei dort von 11 000 auf 2000 Fahrzeuge am Tag zurückgegangen. Nun fehle nur noch die Fußgängerüberführung in Heilig Geist, gegen die noch geklagt werde. In den Baugebieten »Ettendorfer Feld« und »Hochkreuzstraße« in Hallabruck seien 35 neue Baugrundstücke ausgewiesen worden. Dort habe die Gemeinde viel für das Einheimischenmodell getan.

Im Gewerbegebiet Au seien alle Gewerbeflächen an interessante Betriebe verkauft worden. Schließlich freute sich Wimmer über die Wiedereröffnung des Wirtshauses Lauter als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde. »Mit all diesen Projekten hat sich die Gemeinde Surberg positiv entwickelt, darauf können wir in den kommenden sechs Jahren aufbauen«, erklärte er.

Wimmer habe mit Geschick und Gespür zukunftsweisende Projekte mit allen Gruppierungen des Gemeinderats angestoßen, sagte FW-Vorsitzender Hermann Aiblinger. Die Gemeinde stehe trotz alledem finanziell gut da. Er erinnerte, dass der Bürgermeister auch für die Kreistagsliste kandidiere. Wimmer begründete seine Kreistagskandidatur damit, dass im Kreistag schnell einmal Entscheidungen getroffen würden, die die Gemeinde betreffen, wie zum Beispiel die Kreisumlage. Als Kreisrat erhalte er notwendige Informationen viel zügiger.

Aiblinger erklärte, die FW-Liste sei ausgewogen. Bewerber aus allen Gemeindeteilen und Berufssparten seien vertreten. »Alle sind engagiert dabei«, sagte er. Besonders freute er sich über die jungen Kandidaten. Sein Dank galt den Gemeinderäten Petra Deigentesch und Herbert Klein, die sich nicht mehr aufstellen ließen.

FW-Landratskandidat Andreas Danzer sagte, der Landkreis habe alles, was er brauche, aber er habe auch Probleme. Dabei nannte er die Schulden von 75 Millionen Euro. Mit den ausgegliederten Betrieben wie Kreiskliniken, Kreisaltenheime und Wohnungsbaugesellschaft seien es sogar 91 Millionen Euro. Durch die Kreisumlage würden 55 Prozent von dem, was die Gemeinden erwirtschafteten, an den Land-kreis abgegeben. Er werde die Schulden zurückfahren und die Planungssicherheit der Kommunen wieder herstellen, versprach Danzer, sollte er zum Landrat gewählt werden.

Andererseits bekannte er sich zum Programm »Bildung und Infrastruktur«. »Wir haben es mit beschlossen und stehen dafür«, sagte er. Er sprach sich für den Erhalt der Kliniken in kommunaler Trägerschaft aus und machte Vorschläge, wie das Defizit gemindert werden könne. Sorgen bereiteten auch die Kreisaltenheime, weil sie sich nicht selbst trügen. Bei der Jugendhilfe, die einschließlich Personalkosten von 17 Millionen Euro verschlinge, müsse man mehr präventiv tun. Beim Tourismus sprach er sich für einen Verband mit Rosenheim aus. »Für Visionen ist derzeit kein Geld da, sondern der Landkreis muss seine Aufgaben erfüllen«, so Danzer. Dabei gelte es, die Ausgaben zu deckeln und die Schulden zurückzuführen. Bjr

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