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Auf Arzt in Gabersee eingestochen

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Traunstein – Versuchter Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen sowie Körperverletzungsdelikte – Opfer wurden am 11. Mai 2014 im Bezirksklinikum in Gabersee ein 36-jähriger Stationsarzt durch zahlreiche Messerstiche und eine Pflegerin durch Schläge – liegen einem 24-jährigen Tachertinger zur Last.


Das Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs hat die Beweisaufnahme in dem Sicherungsverfahren, in dem es ausschließlich um die Frage der geschlossenen Unterbringung des psychisch kranken und dadurch schuldunfähigen Mannes in einer psychiatrischen Klinik geht, weitgehend abgeschlossen. Die Plädoyers von Staatsanwalt Bernd Magiera und von Verteidiger Dr. Adam Ahmed aus München sind für den Dienstag, 9 Uhr, geplant. Das Urteil soll noch am gleichen Tag ergehen.

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Der Beschuldigte war am 9. Mai 2014 aus eigener Initiative ins Bezirksklinikum Gabersee gekommen. Denn seine Betreuerin hatte dem 24-Jährigen beziehungsweise der Familie empfohlen, im Krisenfall die Polizei anzurufen und um Einweisung in die Klinik zu bitten. Zu einer solchen Krise kam es, nachdem der 24-Jährige wieder einmal seine dringend erforderlichen Medikamente nicht einnehmen wollte.

Im Streit versetzte der Mann seiner Mutter eine Ohrfeige und drohte, jemand umzubringen. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, folgte der unter einer paranoiden Schizophrenie leidende Tachertinger dem Rat der gesetzlichen Betreuerin. Als der Patient auch in der Klinik die Einnahme der verordneten Medikamente verweigerte, stand Zwangsmedikation durch die Ärzte im Raum. Die mehrfachen Ankündigungen des 36-jährigen Stationsarztes in dieser Richtung erbosten den 24-Jährigen.

Er beschloss daraufhin, den Arzt am Morgen des 11. Mai 2014 zu töten. Mit zwei in den Pulliärmeln versteckten etwa 20 Zentimeter langen Frühstücksmessern meldete sich der 24-Jährige bei dem Mediziner mit angeblichen Bauchschmerzen. Er soll gezielt gewartet haben, bis der Arzt tief gebeugt über ihm stand während der Untersuchung. Dann soll er zumindest mit einem der Messer ausgeholt und teils heftig zugestochen haben.

Die Stiche trafen Kopf und Hals. Dem überrumpelten Arzt gelang es, aus dem Zimmer zu entkommen. Der 24-Jährige rannte hinterher und stach im Flur wieder mit großer Kraft zu. Der Arzt fiel zu Boden und schürfte sich beide Knie auf. Die Stiche verursachten 21 abgrenzbare Verletzungen – an den Ohren, Hals, im Gesicht, am Hinterkopf, an beiden Schultern und an einem Handgelenk. Nach Überzeugung eines Sachverständigen waren einige der Messerstiche potenziell lebensgefährlich. kd