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Auch Strom aus Geothermie

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Traunreut. Die Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut (GKT) hat nach dem erfolgreichen Abschluss der Bohrarbeiten in Traunreut den Kaufvertrag für eine Kraftwerksanlage des Herstellers Turoden unterzeichnet. Voraussichtlich Mitte 2015 wird das Kraftwerk fertiggestellt sein. Es wird aus dem 118 Grad Celsius heißen Thermalwasser Strom für bis zu 10 000 Haushalte erzeugen.


Im Rahmen des Geothermie-Projekts war ursprünglich geplant, das Kraftwerk für die Stromerzeugung parallel zur Wärmeerzeugung zu bauen. Aus verschiedenen Gründen wurde der Kraftwerkbau aber aus der Planung herausgenommen und zunächst nur die Wärmeerzeugung forciert. Nach dem, wie mehrfach berichtet, die Bohrungen erfolgreich verlaufen sind, baut die GKT auf dem Gelände gerade eine Fernwärmeübergangsstation. In dem zirka 18 mal 15 Meter großen Gebäude wird das Thermalwasser gereinigt, das heißt, feste Bestandteile werden herausgefiltert, um dann einen Teil der Wärme aus dem Thermalwasser für das Traunreuter Fernwärmenetz auszukoppeln. In dem ebenerdigen Gebäude werden auch die technischen Anlagen, wie Mess- und Regeltechnik, Prozessleittechnik usw., der Stadtwerke installiert. Von dieser Netzpumpenstation aus wird von den Stadtwerken gleichzeitig entlang der Staatsstraße (Waginger Straße), Theodor-Körner-Straße, Kantstraße, Schillerstraße bis zur Anschlussstelle in der Hans-Böckler-Straße in etwa ein Meter Tiefe eine rund 800 Meter lange Hauptversorgungsleitung verlegt. Ende dieses Jahres, so hofft man, soll die Lieferung von Fernwärme aus Geothermie beginnen.

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Mitte 2015 soll aus dem Traunreuter Thermalwasser dann auch Strom erzeugt werden. Nach Angaben der gec-co Global Engineering & Consulting - Company GmbH Augsburg, die für die Planung des Kraftwerks verantwortlich zeichnet, habe das Kraftwerk eine installierte Leistung von 4,1 Megawatt und werde damit jährlich etwa 30 000 bis 35 000 Megawattstunden regenerativen Strom erzeugen. Damit können bis zu 10 000 Haushalte versorgt werden. Das Kraftwerk arbeite auf Basis der nach dem schottischen Ingenieur Physiker William John Macquorn Rankine (1820 bis 1872) benannten »Organic-Rankine-Cycle«-Technik, kurz: ORC. Das bedeute, dass der Wärmeaustausch im Kraftwerk mit Hilfe von organischen Flüssigkeiten erfolge, den sogenannten »Arbeitsmitteln«. Diese seien in der Kälte- und Klimatechnik erprobt und treiben die Turbine an. Es bestehe somit kein direkter Kontakt mit dem mineralhaltigen Thermalwasser. Dieses fließe abgekühlt in einem geschlossenen Rohrsystem zurück in das über 5000 Meter tiefe Gestein, wo es sich erneut aufheize. ga