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Auch Siegfried Walch ist im Kabinett

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Sieht so die Zukunft Bayerns aus? Ministerpräsident Markus Söder und der designierte HB-Minister Siegfried Walch.

Traunstein – Das gab's noch nie: Künftig werden aus unserer Region zwei Politiker Minister-Posten im bayerischen Kabinett haben. Nachdem Ministerpräsident Markus Söder, der am Montag am traditionsreichen Georgiritt in Traunstein teilnehmen wird, bei der großen Kabinettsumbildung bereits Michaela Kaniber zur neuen Landwirtschaftsministerin ernannt hatte, ereilt nun auch noch Landrat Siegfried Walch der Ruf nach München.


In einer Pressemitteilung teilte die Staatskanzlei mit, dass Söder nicht nur am Montag zum Georgiritt in die Große Kreisstadt kommen wird, sondern auch schon am heutigen Sonntag, um Walch im Rahmen einer Feierstunde die Ernennungsurkunde zu überreichen. Dieses Prozedere ist zwar ungewöhnlich, bietet sich aber an, weil Söder am Sonntagnachmittag ohnehin in der Gegend ist: Er besichtigt auf Herrenchiemsee das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift, in dem 1948 – also vor 70 Jahren – der Verfassungskonvent für das Grundgesetz tagte. Anschließend fährt er gleich nach Traunstein weiter.

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Dass noch ein Minister-Posten zu vergeben ist, ahnten politische Beobachter in der Landeshauptstadt schon seit einiger Zeit. Denn der Nachfolger von Horst Seehofer, der zuvor sowohl Minister für Finanzen als auch für Heimat war, hatte zwar einen neuen Minister (Albert Füracker) für diese Ämter berufen, es gab jedoch schon bald Hinweise, dass das Heimatministerium aufgewertet werden soll. In welcher Form, das ließ der neue Ministerpräsident offen. In den letzten Tagen kursierten dann in den Reihen der Münchner Landtagspresse jedoch bereits Gerüchte, mit einem eigenständigen – also nicht einem anderen angegliederten – Ministerium solle das geschehen. Und so ein Ministerium braucht natürlich einen Chef!

Offiziell äußern wollte sich Siegfried Walch zu seiner Berufung bislang nicht. Über seinen Pressesprecher Roman Schneider ließ er auf Anfrage mitteilen, er könne zu Söders Plänen nichts sagen. Er kenne Söder schon länger und schätze ihn sehr, auch sei er schon immer der Ansicht gewesen, dass Söder Nachfolger von Horst Seehofer werden soll. Dass er selbst jetzt zu Minister-Ehren kommen soll, sei für ihn überraschend. Roman Schneider bestätigte jedoch, dass Söder am heutigen Sonntag ins Landratsamt kommt und es dort um 17 Uhr im Großen Sitzungssaal »eine offizielle und öffentliche Veranstaltung« geben wird. Auf Nachfrage, was man darunter zu verstehen hat, hieß es aus dem Landratsamt lediglich, es sei eine Veranstaltung, zu der jeder Interessierte kommen kann. Schneider ergänzte: »Im Anschluss gibt es noch einen lockeren Stehempfang. Wo, das ist vom Wetter abhängig – entweder im Casino des Landratsamts oder im Innenhof. Der Ministerpräsident will bei dieser Gelegenheit mit Bürgern ins Gespräch kommen.«

Warum Söders Wahl auf Walch fiel, darüber kann nur gerätselt werden. Die Staatskanzlei teilte mit, der Ministerpräsident sehe keinen Anlass, seine Entscheidung begründen zu müssen. Nahe liegt die Vermutung, dass nicht nur die persönliche Freundschaft zwischen den beiden Politikern den Ausschlag zugunsten Walchs gab, sondern auch dessen Heimat- und Naturverbundenheit, die er nicht zuletzt mit seinen Aktionen »Jahr der Biene« und »Blühender Landkreis« bewiesen hat. Zumindest behaupten Insider, Söder hätte keinen besseren HB-Minister finden können, wobei H für Heimat und B für Bienen bzw. Blüten steht. Wen's interessiert, der kann heute um 17 Uhr ins Landratsamt kommen, da gibt's die Auflösung.