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Auch Kösterke und Kegel müssen in die Stichwahl

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Sie werden sich am 30. März in der Stichwahl gegenüberstehen: Herausforderer Christian Kegel (links), der für die SPD 23,36 Prozent der Stimmen errang, und der amtierende Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der mit 41,70 Prozent die absolute Mehrheit verfehlte.
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Rund 100 Menschen verfolgten im Foyer des Rathauses an zwei großen Bildschirmen die Zwischenstände nach der Auszählung der einzelnen Stimmbezirke. Spannung kam nicht auf, denn schon bald stand fest, dass es auf eine Stichwahl zwischen Manfred Kösterke und Christian Kegel kommen würde.

Traunstein. In Traunstein wird es am 30. März eine Stichwahl zwischen Oberbürgermeister Manfred Kösterke (Unabhängige Wähler) und dem SPD-Kandidaten Christian Kegel geben. Bei den Wahlen gestern erzielte Amtsinhaber Kösterke mit 41,70 Prozent der Stimmen zwar das mit Abstand beste Ergebnis der fünf Bewerber.


Er verfehlte die absolute Mehrheit aber deutlich. Christian Kegel, der bisher noch nicht einmal im Stadtrat war, kam auf 23,36 Prozent der Stimmen und wird damit Kösterkes Herausforderer in der Stichwahl werden.

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Auf Platz drei landete der CSU-Bewerber Wolfgang Osenstätter mit enttäuschenden 17,46 Prozent vor der Grünen-Kandidatin Burgi Mörtl-Körner, die sich über ihre 13,12 Prozent riesig freute. Der Fünfte im Bunde, Ralf Joerger, der für die Traunsteiner Liste kandidierte, und für den sich 4,21 Prozent der Wähler entschieden haben, gestand ebenso wie Osenstätter ein, dass er sich einige Stimmen mehr erwartet hätte.

Die Wahlhelfer in den 37 Traunsteiner Stimmbezirken, davon sieben Briefwahlbezirke, waren bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale mit der Auszählung der Stimmen für die Oberbürgermeisterwahl fertig. Die Wahlbeteiligung lag mit 50,12 Prozent deutlich unter der vor sechs Jahren, als sich 57 Prozent der Bürger in der Großen Kreisstadt am Urnengang beteiligten. Fast die Hälfte der 7763 Wähler machte von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch – so viele wie nie zuvor.

Schon nach der Auszählung der ersten Stimmbezirke war der Trend erkennbar, dass alles auf eine Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber und dem SPD-Kandidaten hinauslaufen würde. An zwei Bildschirmen im Foyer des Rathauses verfolgten rund 100 Bürger die Auszählung. Als letzter der Kandidaten kam der amtierende Oberbürgermeister ins Rathaus und zeigte sich mit seinem Ergebnis zufrieden. In einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte er, dass er mit einer Stichwahl gerechnet habe und diese positiv angehen werde.

Altoberbürgermeister Fritz Stahl freute sich über das gute Ergebnis des SPD-Kandidaten, warnte aber nach Auszählung etwa der Hälfte der Stimmen »Die Briefwahl hat eigene Gesetze.« Diese Gesetze haben seinem Parteifreund aber nicht geschadet – im Gegenteil: Gegen Ende der Auszählung legte er sogar noch ein bis zwei Zehntel zu. Auffallend viele Bürger aus der ehemaligen Gemeinde Kammer waren ins Rathaus gekommen, um die Auszählung an den Bildschirmen zu verfolgen. Zum schlechten Abschneiden des Kammerer OB-Kandidaten Wolfgang Osenstätter sagte ein eingefleischter CSU-ler: »Einen Kammerer wählen die Traunsteiner nie zum Oberbürgermeister.«

Hier kurz die Kommentare der fünf Kandidaten nach der Wahl:

Manfred Kösterke: »Ich bin durchaus zufrieden. Ich musste mit einer Stichwahl rechnen und werde diese positiv angehen.«

Christian Kegel: »Ich sehe dieses Abschneiden als große Ehre an und habe als Quereinsteiger ein solches Ergebnis nicht erwartet. Die Stichwahl könnte relativ eng ausgehen.«

Wolfgang Osenstätter: »Mich ärgert das Ergebnis, weil wir eine total gute Truppe waren. Aber der Wähler hat so entschieden.«

Burgi Mörtl-Körner: »Ich bin zufrieden. Mein Ziel waren zehn plus x Prozent. Deshalb freue ich mich über das Ergebnis und sehe es als gute Startvorlage für den Traunsteiner Stadtrat.«

Ralf Jörger: » Ich hätte mir ein wenig mehr erwartet. Aber für die Traunsteiner Liste ist es eine Steigerung. Es ist interessant, dass es eine Stichwahl gibt.« -K.O.-