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Auch kleine Beträge haben große Wirkung – Aktionskreis Ostafrika sammelt Spenden für Krankenhaus

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Dr. Johann Dillinger aus Traunstein und der Augenarzt des Kibosho-Hospitals, Dr. Christian Mlundwa, freuen sich, dass das als Sachspende vom AKO beschaffte Augen-OP-Mikroskop installiert ist und in Betrieb gehen kann.

Traunstein – Die Brücke der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft reicht seit Jahrzehnten von Traunstein bis ins 10 000 Kilometer entfernte Tansania zum Kibosho Krankenhaus am Kilimandscharo. Dort realisiert der Aktionskreis Ostafrika (AKO) humanitäre Projekte. Jetzt soll die medizinische Versorgung verbessert werden durch die Weiterbildung von vier Ärzten. Um das vierjährige Vorhaben unterstützen zu können, sammelt der AKO Spenden.


Der AKO kümmert sich auch um den Bau von Schulen oder Kindergärten, um die Lebensbedingungen in Tansania zu verbessern und der Landflucht zu begegnen. Die Verantwortlichen konzentrieren ihre Aktivitäten regional und begleiten langfristig die Vorhaben, an denen heimische Gruppen partnerschaftlich beteiligt werden. Ging es früher meist darum, Infrastruktur zu schaffen, etwa durch den Bau von Gebäuden oder den Kauf von Equipment, liegt mittlerweile der Fokus auf der Qualifizierung der Einheimischen.

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Ein Paradebeispiel für das hervorragende Engagement des 1987 gegründeten Vereins ist das Kibosho Krankenhaus mit seinen rund 160 Betten, in dem im Jahr bis zu 20 000 Fälle stationär und 56 000 ambulant behandelt werden. In dem bettelarmen Land, dessen Wirtschaft unter der Corona-Pandemie enorm leidet, stehen nur geringe staatliche Mittel für den Gesundheitssektor zur Verfügung. Deshalb hat der AKO immer wieder Sach- und Geldspenden gesammelt. Die AKO-Mitglieder arbeiten unentgeltlich.

Am Kibosho-Krankenhaus wurde im Sommer eine Solaranlage mit Batterie im Wert von 160 000 Euro installiert. Zudem wurden Teile der Klinik erweitert, ein deutscher Unfallchirurg angestellt und eine zentrale Sterilisation gebaut.

Besonders stolz ist der Verein, dessen Verwaltungsaufwand mit Mitgliedsbeiträgen gedeckt wird, darauf, dass vor kurzen die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung zugesagt hat, die Ausbildung von 80 Pflegern mit knapp 170 000 Euro zu unterstützen, damit diese ohne ärztliche Aufsicht mehr Verantwortung übernehmen können.

Eine Spezialisierung brauchen auch die Ärzte, wenn sie beispielsweise Operationen durchführen wollen, die bislang nicht möglich sind. Vier Fachärzte benötigt das Hospital, um höhere staatliche Zuschüsse zu erhalten. Die Facharztausbildung dauert vier Jahre und kostet 7000 Euro pro Person und Jahr für die Universität; also insgesamt rund 112 000 Euro.

Die Gehälter – zwischen 300 und 600 Euro pro Monat – zahlt das Krankenhaus weiter. Dafür verpflichten sich die Ärzte, nach dem Abschluss fünf Jahre im Kibosho Hospital zu arbeiten. Damit soll verhindert werden, dass die Fachärzte in andere afrikanische Länder abwandern, in denen – wie etwa in Südafrika oder Kenia – doppelt so hohe Gehälter gezahlt werden.

Der Aktionskreis Ostafrika ist bei all seinen Projekten auf jede Spende angewiesen. »Das Geld wird nachweislich zu 100 Prozent in die Projekte investiert«, versichert Hans Siemer, langjähriger AKO-Vorstand. Um die Ziele zu erreichen, brauche man viele ehrenamtliche Helfer, die jederzeit willkommen seien.

Wer den AKO (Telefon 0861/43 95) unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen auf das Konto des Vereins bei der Sparkasse Traunstein, BIC: BYLADEM1TST, IBAN: DE41 7105 2050 0005 7630 99.

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