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Auch in Kammer ist einiges vorangegangen

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Traunstein. Auch in Kammer und Rettenbach hat sich in den vergangenen zwölf Monaten einiges getan und zum Positiven entwickelt. Das ging aus dem Bericht von Oberbürgermeister Manfred Kösterke in der Bürgerversammlung am Montag im Landgasthaus Jobst in Rettenbach hervor. So wurde nicht nur die Straße nach Kronacker für 40 000 Euro asphaltiert; es wurde auch der neue Kinderspielplatz am Sportplatz in Zusammenarbeit mit der DJK angelegt. Für die Unterstützung der Stadt beim Bau des Spielplatzes dankte Alois Gartner, der das Projekt initiiert hatte.


An der Grundschule habe man die Mittagsbetreuung eingeführt. »Damit hat der Stadtrat den Schulstandort Kammer gestärkt«, betonte das Stadtoberhaupt. Man sei aber nach wie vor auf die Schüler der Kernstadt angewiesen, weil es in der ehemaligen Gemeinde Kammer zu wenig Kinder gibt, als dass man die Schule aufrechterhalten könnte. »Kammer bietet ideale Voraussetzungen für Grundschulkinder« – mit diesen Worten warb der OB dafür, Kindern aus Traunstein einen Besuch der Schule im ländlich geprägten Bereich zu ermöglichen.

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Im ländlichen Bereich sind die Wege zur Schule meist etwas länger. Die Kinder aus Neuhausen zum Beispiel müssen erst nach Kammer, ehe sie in den Bus steigen können, der sie nach Traunstein bringt, wo sie die Mittelschule oder das Gymnasium besuchen. Von Neuhausen nach Kammer müssen sie von den Eltern gefahren werden, weil ihnen die Beförderung mit dem Schulbus nicht erlaubt wird, der gleichzeitig mit nur drei Kindern besetzt nach Kammer fährt. »Wir fahren dann unsere Kinder mit dem Auto dem Bus hinterher«, berichtete Baumgartner und beklagte den Bürokratismus.

Kösterke: »Sache auf dem kleinen Dienstweg regeln«

Kösterke zeigte Verständnis, wenn man hier schimpfe. Er konnte aber keine Abhilfe versprechen, weil das Präzedenzfälle andernorts schaffen würde. Er meinte, die Eltern könnten die Sache »auf dem kleinen Dienstweg« mit dem Busfahrer regeln.

Die Engstelle entlang des Mühlbaches auf der Straße zwischen Kaltenbach und Aiging sprach Hans Einsiedl an und fragte, wann hier Abhilfe geschaffen werde. Der Oberbürgermeister berichtete, die Absicherungen seien notwendig, weil der Mühlbach die Straße unterspült habe. Man habe einen Rechtsanwalt und stehe in Verhandlungen mit dem Nutzungsberechtigten des Baches. Für eine Reparatur müsste der Mühlbach abgelassen werden und in dieser Zeit kann am Kraftwerk in Kaltenbach kein Strom erzeugt werden. Kösterke konnte keine kurzfristige Lösung versprechen, sondern verwies auf die nächste Bachauskehr. Die ist vermutlich im Herbst nächsten Jahres.

Welch immensen Folgen Hundekot auf den Wiesen haben kann, legte Karl Stitzl aus Gerating dar. Drei Kälber seien in seinem Stall eingegangen und die Ursache sei nachweislich Hundekot gewesen. »Wir können nicht eine Anleinpflicht im ganzen Stadtgebiet erlassen«, bedauerte Kösterke. Zur Beseitigung der Hundehinterlassenschaften sei »der Verursacher verpflichtet und nicht die Stadt als Einnehmer der Hundesteuer«. Das einzige, was man tun könne, sei immer wieder auf die Folgen für die Rinderhalter hinzuweisen, wenn Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen.

Angeregt wurde in der Versammlung unter anderem, am Ortseingang von Zweckham her eine Tempo-30-Beschränkung zu erlassen, was nicht zu verwirklichen ist, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Um das Überqueren der Fahrbahn zu erleichtern, könnte man auch eine Verkehrsinsel einbauen, wofür jedoch der Straßengrund fehlt. Beklagt wurde auch, dass es bei der Straßenreinigung hapert – vor allem zur Erntezeit. Hans Einsiedl regte an, eine Kehrmaschine anzuschaffen; eventuell finanziert aus dem Jagdschilling und einem Zuschuss der Stadt. Kösterke dazu: »Dann müsste man bloß noch jemanden finden, der die Maschine fährt«.

Geplanter Ausbau der Klosterkirche wieder Thema

Im ersten Teil der von fast 100 Bürgern besuchten Versammlung hatte der Oberbürgermeister in einer mehr als einstündigen Rede das Stadtgeschehen im vergangenen Jahr Revue passieren lassen. Besonders ausführlich ging er auf den geplanten Ausbau der Klosterkirche zu einem Kunst- und Kulturzentrum ein. Wir haben darüber in unserer Samstagsausgabe berichtet, weil bereits bei der Bürgerversammlung in Haslach Befürchtungen geäußert wurden, dieses Projekt könnte das Ende für die Kulturfabrik Nuts bedeuten. Diese Fragestellung bezeichnete das Stadtoberhaupt als irreführend und schilderte noch einmal ausführlich die Vorteile, die er in einer Umgestaltung der Klosterkirche sieht. -K.O.-