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Auch im Kreis Traunstein wurden Zimmer gesperrt

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Das schreckliche Brandunglück von Schneizlreuth hat viele Besucher oder Nachbarn von Beherbergungsbetrieben sensibilisiert. Im Landratsamt gehen darum »spürbar mehr Hinweise« ein, wie Kreisbaumeister Rupert Seeholzer erklärt. Die Baukontrolleure des Landratsamts gehen natürlich allen Hinweisen nach.

Die Nachwirkungen des schrecklichen Brandunglücks von Schneizlreuth, bei dem in einem Gästehaus sechs Männer ums Leben kamen, sind auch im Kreis Traunstein zu spüren. Nachdem jetzt bekannt wurde, dass das Landratsamt Rosenheim in drei Priener Hotels Zimmer gesperrt hat, weil die Auflagen des Brandschutzes nicht erfüllt gewesen sind (wir berichteten), bestätigt auch Kreisbaumeister Rupert Seeholzer, dass es im Kreis Traunstein erst jüngst so einen Fall gab.


Mehr will Seeholzer aber nicht verraten – weder, wo sich der Beherbergungsbetrieb befindet, noch wie viele Zimmer die Behörde sperren ließ. Er betont aber, dass es sich dabei mit Blick auf die vergangenen Jahre um keinen Einzelfall handle und es immer wieder mal vorgekommen sei, dass das Landratsamt eine sogenannte Nutzungsuntersagung beziehungsweise Teilnutzungsuntersagung ausgesprochen habe.

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»Das ist aber das letzte Mittel«, betont Seeholzer. Im Normalfall gingen einer Schließung bereits eine Reihe von Besichtigungsterminen und mehrere Aufforderungen, dieses oder jenes zu ändern, voraus. Nur wenn tatsächlich »Gefahr für Leib und Leben« drohe, dann könne die Behörde laut Artikel 54 der Bayerischen Bauordnung auch eine sofortige Schließung anordnen.

Die Rechtslage habe sich durch die Tragödie von Schneizlreuth nicht geändert, führt Seeholzer aus. Aber das Unglück habe »ein paar Sinne geschärft«. Spürbar mehr Hinweise – etwa von Nachbarn oder Besuchern von Beherbergungsbetrieben – seien seither im Bauamt eingegangen, gerade in den ersten Wochen nach den schrecklichen Geschehnissen. Eine Zunahme, mit der die Behörde fast schon gerechnet hat. »Das war nach dem Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall oder dem Felssturz in Stein an der Traun genauso.« Etwa ein halbes Jahr lang gehe das in der Regel so.

Natürlich gehe das Landratsamt jedem Hinweis so schnell wie möglich nach, so Seeholzer. In aller Regel geht es dabei um den Brandschutz. Die Behördenmitarbeiter überprüfen etwa, ob die Fluchtwege frei sind und die Brandschutztüren intakt sind.

Auf die Frage, ob es in Sachen Brandschutz einen größeren Nachholbedarf bei den heimischen Beherbergungsbetrieben gebe, meint Seeholzer aus: »Das will ich so nicht sagen. Es gibt eher einen Sanierungsstau.« Nachdem das Baurecht keine Sanierung vorschreibe, bleibe es nicht aus, dass einige Betriebe brandschutztechnisch nicht auf dem neusten Stand seien. Regelmäßige Brandschutzkontrollen seien lediglich für große Betriebe vorgeschrieben.

Allerdings, das weiß der Kreisbaumeister auch, habe sich durch die Tragödie von Schneizlreuth auch das Bewusstsein der Betreiber von Hotels und Gästehäusern geschärft. Das Thema Brandschutz sei auch bei ihnen präsenter. »Vielen hat das Unglück noch einmal vor Augen geführt, was für eine Verantwortung sie haben – das Gebäude in Schuss zu halten, sich an Genehmigungen zu halten...«

Die Eigentümer und Betreiber eines Beherbergungsbetriebs seien auch ohne Frage die Hauptverantwortlichen, hebt Seeholzer heraus. Das wird auch verständlich, wenn man weiß, dass es im Landkreis Traunstein für einen Bestand von Tausenden Häusern drei Baukontrolleure gibt.

Mit Blick auf das Unglück in Schneizlreuth weist der Kreisbaumeister abschließend noch auf eines hin: »Der Betreiber dort hatte ja gar keine Genehmigung. Darum sitzt der Mann jetzt auch im Gefängnis.« san