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Auch 24 Jahre danach war das Publikum begeistert

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Mit dem Dreiakter »Die Ritter san los« von Ulla Kling begeisterten Wirt Andreas Steiner (von links), Bürgermeisterstochter Barbara Schweinöster, Stammgast Peter Steiner und - erstmals dabei - Balthasar Haßlberger als Wirtssohn die Zuschauer. (Foto: Flug)

Unterwössen. Einen unterhaltsamen Abend bot das Wössner Bauerntheater im Oberwössner Gasthof zur Post dem Publikum mit dem Stück »Die Ritter san los«, einem Dreiakter von Ulla Kling. Die Unterwössener Theaterer wählten dieses Stück zum dreißigjährigen Bestehen aus. Vor 24 Jahren waren sie mit diesem bereits auf ihrer ersten und einzigen Tournee – und heimsten damals viel Applaus ein.


Auch diesmal war die Aufführung unter der Regie von Anton Blank ein Erfolg. Das bewies der reiche Beifall der Zuschauer. Ein Stück im Stück ist die Geschichte von einer Theateraufführung, die eine Dorfgemeinschaft zu Ehren ihres Pfarrers aufführen möchte. Irrungen und Wirrungen auf dem Weg zu dieser Aufführung »Die Ritter san los« hat das gleichnamige Theaterstück zum Inhalt.

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Gerade für Kenner der Unterwössner Theaterszene hat das Stück einen besonderen Reiz. Es bewies im Vergleich zum Vorjahr die enorme Wandlungsfähigkeit der Stammmannschaft. Barbara Schweinöster, im vergangenen Jahr noch als schnippische, attraktive Jugendliche Publikumsliebling, gab dieses Jahr die überhebliche Bürgermeisterstochter. Eine solche Beißzange, dass man sie am liebsten von der Bühne geholt hätte.

Wolfgang Färbinger, im Vorjahr noch Bösewicht, war jetzt ein gütiger, schlichtender Pfarrer mit hilfesuchendem Augenaufschlag gen Himmel. Zudem diente er in einer Doppelrolle als Bühnenarbeiter. Feste Größen im Stück waren Andreas Steiner als Wirt und Claudia Schweinöster als dessen Jugendliebe. Schweinöster bewältigte zudem großartig die besondere Schauspielaufgabe, über ihre zu kurz gekommene Tochter zu glucken.

Johanna Steiner spielte die aufgebrezelte, eingebildete Frau des Bürgermeisters. Sie bildete ein eindrucksvolles Duo mit der gleichfalls eingebildeten Bürgermeisterstochter Barbara Schweinöster. Die meisten Lacher kassierte der wieder einmal grandiose Peter Haslreiter, der sich als Theaterstudent an die Bürgermeisterstochter heranschmiss.

Helle Freude hatte das Publikum am Bühnennachwuchs. Das erste Mal dabei zeigten sich Balthasar Haßlberger und Magdalena Färbinger der Aufgabe jederzeit gewachsen. Sie gaben eindrucksvoll die umfangreichen Rollen des Wirtssohns und der Schankkellnerin.

Es ist von erheblichem Vorteil, einen Kunstmaler als Regisseur zu haben. Der schmückte im letzten Akt das gleichbleibende Bühnenbild einer Gastwirtschaftsstube mit einem Rahmen aus dem Theaterstudenten oben rechts und dem Wirt im Zuschauerraum unten links. Den Zuschauern bot sich so das Bühnengeschehen als ein gerahmtes Stillleben.

Die nächste Aufführung ist am kommenden Sonntag um 19 Uhr. Weitere folgen am 18., 19. und 26. Oktober, dann jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Touristinformation unter der Telefonnummer 08641/8502. lukk