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Asyl-Thema, Eishalle und Tourismusentwicklung hinterfragt

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Inzell. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung stellte CSU-Landratskandidat Siegfried Walch seine Vorstellung zu wichtigen Landkreisthemen vor. Anschließend stellte er sich gemeinsam mit Bürgermeister Martin Hobmaier den Fragen des Moderators Harald von Knoerzer-Suckow jun. und Inzeller Bürgern.


Wie bereits in anderen Orten (wir berichteten) stellte Walch dabei seine Themen vor für den Fall einer Wahl zum Landrat. Die Hauptaufgabe sieht er demnach in der Schaffung beruflicher Perspektiven für junge Leute im ländlichen Raum, den Erhalt der Kreiskrankenhäuser und -Altenheime, eine Verbesserung der Infrastruktur, eine landkreisübergreifende Bildungspolitik, die Stärkung des Tourismus und die Forcierung erneuerbarer Energien.

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Der Moderator fragte dann zunächst, wie in Zukunft einer Ungleichverteilung der Asylbewerber auf die Landkreisgemeinden entgegen gewirkt und die Akzeptanz gesteigert werden könnte. Für Walch ergeben sich derzeit hauptsächlich Probleme in Tourismusgemeinden wie Inzell und Ruhpolding. Hier habe der Kreis keine Einflussmöglichkeiten.

Er sehe hier aber alle Gemeinden, besonders die Städte, in der Pflicht, ihrer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen, um die Zuteilungen pro Kommune auf ein vernünftiges Maß reduzieren zu können. Sicher müsse der Landkreis künftig die Gemeinden zudem frühzeitig informieren, um diesen auch die Gelegenheit zu geben, die Bevölkerung aufzuklären und vorzubereiten.

Hobmaier bestätigte, Inzell sei hier förmlich überrollt worden. Erst im Nachhinein habe man ein kleines Netzwerk aus vielen Organisationen und ehrenamtlichen Helfern aufbauen können.

Als Nächstes fragte der Moderator, wie Inzell es schaffe, bei den Übernachtungszahlen an der Spitze zu stehen. Hobmaier sah die Eishalle, die allein etwa 30 000 Übernachtungen generiere, als Garant für den Tourismus. Zudem trage die »Inzell Card Plus« zu den guten Ergebnissen bei. Ein Schlüssel zum Erfolg sei das Engagement, die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Vermieter selbst. Walch sieht hier auch den »Chiemgau Tourismus« bei der Produktentwicklung und Unterstützung der »touristischen Leistungsträger« in der Pflicht.

Die Frage eines Bürgers, ob sich ein Landrat Siegfried Walch für eine Beteiligung des Landkreises an höheren Defiziten durch die zu erwartenden Zuschusskürzungen für die Eishalle einsetzen werde, beantwortete Walch mit einem klaren »Nein«. Der Landkreis könne nicht von allen 35 Kommunen gemeindliche Aufgaben übernehmen, sobald diese nicht lukrativ seien. Für Inzell sieht er in der Eishalle nach wie vor eine große Chance. Voraussetzung für einen dauerhaften Erfolg sei aber auch, dass sich alle Inzeller gemeinsam für eine stärkere Gewichtung Richtung Eisschnelllauf einsetzen und dies als kollektive »Inzeller Aufgabe« begreifen.

Hobmaier ergänzte, dass bezüglich der Kaderförderung erreicht worden sei, dass ab dem Schuljahr 2014/2015 in der Christophorusschule Berchtesgaden ein Trainer für Eisschnelllauf eingesetzt wird, um hier intensiver junge Eisschnellläufer fördern zu können. Sein Ziel sei zudem, die Zusammenarbeit mit den Eishallen in Berlin und Erfurt zu intensivieren. Dieses Thema habe er bereits beim DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann platziert.

Für einen Inzeller Bürger habe Walch das Thema Alten- und Behindertenbetreuung zu wenig angesprochen und sich viel zu sehr auf Themen der Wirtschaft und für junge Leute konzentriert. Dem widersprach Walch. Schließlich habe er darauf hingewiesen, dass die Kreis-Altenheime in der Hand des Kreises bleiben sollen. Das Thema Behindertenbetreuung sei als Aufgabe an den Bezirk Oberbayern delegiert, der im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro zusätzlich zu den Millionen Euro im Landkreis in behindertengerechte Aus- und Umbauten investiert habe. Auch Hobmaier sieht beide Themen in der Gemeinde Ernst genommen und, wie etwa im Pflegeheim, umgesetzt. Inzell habe sich erst vor Kurzem um die Special-Olympics 2015 beworben. wb