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Asylbewerber verlassen ihr Protestlager

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Die 21 Asylbewerber, die von Bergen nach Petting umziehen sollen, halfen am Freitag bei den Aufräumarbeiten in Simbach am Inn. Geplant war aber, dass sie am Freitagabend ihr Protestlager auf dem Dorfplatz in Bergen wieder beziehen.

Bergen – Die 21 Flüchtlinge, die nach Petting ziehen sollen, haben in der Nacht auf Freitag ihr provisorisches Protestlager auf dem Bergener Dorfplatz verlassen. Allerdings nicht, weil sie sich mit dem angeordneten Umzug abgefunden hätten. Vielmehr unterstützten sie als freiwillige Helfer in Simbach am Inn die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe.


Die Asylbewerber hätten sich in der Nacht spontan entschlossen, »Nothilfe zu leisten«, heißt es aus dem Helferkreis. Das sei in ihren Augen besser gewesen, als »nur herumzusitzen und abzuwarten, wie sich ihre eigene Lage wohl entwickeln wird«. Mitglieder des Helferkreises und Fußballer des TSV Bergen fuhren die Flüchtlinge noch in der Nacht nach Simbach. Andere Helfer passten unterdessen auf deren Habseligkeiten auf dem Bergener Dorfplatz auf.

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Freitagabend wollten die Asylbewerber zurückkommen

Geplant war, dass die Asylbewerber am Freitagabend nach Bergen zurückkommen und ihren Protest fortführen. Gegebenenfalls wollten die Asylbewerber, größtenteils Senegalesen, am nächsten Tag, also am heutigen Samstag, noch einmal zum Helfen nach Simbach fahren.

Das Landratsamt Traunstein bestätigte gestern im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, dass am Donnerstagnachmittag zwei Mitarbeiter des Landratsamts zu den 21 Asylbewerbern nach Bergen gefahren waren, um ihnen ein Anhörungsschreiben zu übergeben. Die Flüchtlinge hätten die Schreiben aber nicht angenommen. Sprecher Roman Schneider erklärte, dass es sich dabei um eine reine Formsache gehandelt habe. Da sich die Asylbewerber weigern würden, nach Petting umzuziehen, würden sie aktuell auch keine Bezüge mehr erhalten. Sie müssten aber die Möglichkeiten bekommen, sich zur Einstellung der Leistungen zu äußern. »Das ist verwaltungsrechtlich vorgeschrieben«, erklärte Schneider.

Landratsamt spricht Hausverbot aus

Das Anhörungsschreiben hängt jetzt im Landratsamt-Gebäude an der St.-Oswald-Straße in Traunstein aus; nach einer Woche gilt es damit als zugestellt. Schneider bestätigte auch, dass das Landratsamt ein Hausverbot ausgesprochen hat. Damit dürfen die 21 Asylbewerber ein Gebäude in der Nähe des Bergener Dorfplatzes nicht mehr betreten, das das Landratsamt ebenfalls für die Unterbringung von Asylbewerbern angemietet hat. Laut Helferkreis waren die Flüchtlinge, die auf dem Dorfplatz ausharren, dort auf die Toilette gegangen oder hatten sich zeitweise aufgewärmt. san