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Asylbewerber sollen im Bahnhof einziehen

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In den Teisendorfer Bahnhof sollen Asylbewerber einziehen, gab Bürgermeister Thomas Gasser bei der Bürgerversammlung bekannt. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – »Ohne größere Komplikationen« verläuft die Integration der derzeit 22 Asylbewerber in Teisendorf, wie Bürgermeister Thomas Gasser in seinem Rechenschaftsbericht bei der Bürgerversammlung erklärte. Notunterkünfte seien nicht geplant. Als neue Unterkunft für etwa 20 Personen stehe der Bahnhof zur Debatte.


Dieser werde schon länger umgebaut; Gespräche mit dem Landratsamt seien im Gange. Wann dort Asylbewerber hin kommen, sei unklar. Eher unwahrscheinlich ist derzeit, dass nach Surmühle Asylbwerber kommen. Philipp Strohmaier gab in der Versammlung bekannt, er werde seine Containeranlage voraussichtlich nicht aufstellen, sondern weiter verkaufen. Grund dafür seien Widerstände und Bedenken aus der Nachbarschaft.

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Entscheidung ist zu akzeptieren

Diese Entscheidung sei zu akzeptieren, sagte Gasser, bedauerte diese jedoch. Er verneinte Gerüchte, dass 200 bis 250 Asylbewerber nach Surmühle kommen sollten. Die etwa 30 Personen, die in dem erschlossenen Areal unterkommen sollten, hätten laut Gasser fußläufige Wege ins Dorf und zum Einkaufen gehabt. Da die Gemeinde keine eigenen Unterkünfte habe, sei sie auf private Anbieter angewiesen.

Der Bürgermeister hob das Engagement des Helferkreises und der Pfarrei mit über 30 Aktiven hervor. Die Ausbildung der Minderjährigen und die Integration in Vereine und zum Teil in Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse laufe gut. Er rechnet mit einem Anstieg auf 70 bis 100 Asylbewerber im Gemeindegebiet, wenn die Flüchtlingswelle so weitergeht.

Gute Aussichten gibt es für den geplanten Waldkindergarten, für den bereits ein Förderverein gegründet wurde. Da die Kindergartenplätze in der Gemeinde alle belegt sind und es bereits Wartelisten gibt, schaffe ein Waldkindergarten zusätzliche Kapazitäten, »die wir sehr gut brauchen können, und das zu einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis«, so Gasser. Auch Anmeldungen seien schon eingegangen.

Zurzeit würden die Grundstücksfrage und die baulichen Anforderungen sowie die Trägerschaft geklärt. Denkbar sei auch eine Kombi-Lösung ähnlich wie beim Kindergarten Teisendorf, wo sich die Pfarrei um den Betrieb und die Gemeinde um die Verwaltung kümmert. Derzeit besuchen 229 Kinder ab drei Jahren die Kindergärten und 29 kleinere die Krippe. Zudem besuchen 22 Schulkinder, 12 Kinder mit Migrationshintergrund und sieben mit erhöhtem Betreuungsbedarf die Kindertageseinrichtungen.

Sehr gut komme das Pilotprojekt des offenen Ganztagsangebots an der Franz-von-Agliardis-Schule Teisendorf an. 23 Kinder von der 3. bis zur 6. Klasse aus dem ganzen Gemeindegebiet werden hier von Montag bis Freitag kostenfrei von einer Sozialpädagogin und Erzieherin betreut, essen in der Mensa und können dann die Hausaufgaben erledigen sowie Bastel-, Spiel- und Sportangebote nutzen.

Für Straßenbau und -sanierung seien 565 000 Euro ausgegeben worden. Die Kosten für den Neubau der Brücke in Kumpfmühle und die Abdichtung der Brücke in Hörafing habe die Gemeinde durch erneute Ausschreibung und das lange Baufenster um 78 403 Euro auf rund 145 800 Euro reduziert.

In Oberteisendorf kann nun eine Anbindung von Thumberg und der dortigen Kiesgrube direkt an die Bundesstraße im Westen des Ortes gebaut werden. Wie Gasser erklärte, laufen derzeit die Planungen in Abstimmung mit den Anwohnern und Grundbesitzern. Dadurch können die Anwohner der Höflergasse von den Kieslastern entlastet werden.

Beim Kanalnetz wurden heuer für etwa 175 000 Euro die Bereiche Wimmerer Straße, Klosterweg, Ludwig-Thoma-Straße und Rupertusstraße für die nächsten 30 bis 50 Jahre saniert. In die neue Leitung von Rückstetten zur Kläranlage Teisendorf, die durch Auflösung der Kläranlage Rückstetten Ende September nötig wurde, wurden etwa 360 000 Euro investiert. Der Kanal Grafenberg für rund 1,3 Millionen Euro, wovon 70 Prozent förderfähig sind, soll eventuell in zwei Bauabschnitten zur Schonung der Wiesen in der Vegetationsphase im Frühjahr und Herbst 2016 gebaut werden.

Großes Interesse an Baugebiet in Neukirchen

Groß ist das Interesse am Neubaugebiet Oberwurzen II in Neukirchen. Alle 36 Grundstücke des Bauabschnitts 1 sind verkauft und zu 90 Prozent bebaut. Beim Bauabschnitt 2 ist die Erschließung abgeschlossen. Es gibt sehr viele einheimische Bauwerber. Die 14 Grundstücke sollen im Dezember vom Gemeinderat vergeben und ab dem Frühjahr bebaut werden.

Darüber hinaus ging der Rathauschef auf zahlreiche weitere Themen ein, wie Haushalt, schnelles Internet, Städtebauförderung, Jugend- und Seniorenarbeit, Familienbüro und Tourismus. Hier gibt es bei den Übernachtungen ein Plus von etwa acht Prozent. Die neue Internetseite sei als »Teisendorf App« für Android-Handys ab nächster Woche und für Apple-Handys in etwa vier Wochen verfügbar. Und an den Marktplatz komme eine E-Bike-Ladestation. vm

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