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Asylbewerber für Marquartstein angekündigt

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Marquartstein. Das Dorf Marquartstein wird in absehbarer Zeit mindestens zehn Asylbewerbern Unterkunft bieten. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Dögerl den Gemeinderat.


Am vergangenen Freitag habe er einen Anruf von Rudolf Mühlbauer vom Landratsamt Traunstein erhalten, dass Marquartstein nach dem jetzigen Informationsstand vorübergehende Heimat von zehn bis maximal 17 Asylbewerbern werden soll, die im ehemaligen Gasthaus Brücknhäusl untergebracht werden. Näheres habe noch nicht mitgeteilt werden können, weder Zeitpunkt, genaue Anzahl oder Herkunft der Menschen, sagte Dögerl. Im letzten Jahr seien im Landkreis Traunstein 380 Asylbewerber überwiegend in den Gemeinschaftsunterkünften von Grassau und Engelsberg untergebracht gewesen, aber auch in dezentralen Unterbringungen wie Ruhpolding oder Bergen, heuer aber sollten es 700 bis 800 Menschen werden.

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Der Bürgermeister berichtete von den Gesprächen der Bürgermeister mit den Vertretern des Landratsamtes in Maria Eck im Herbst vergangenen Jahres, nach denen das Landratsamt in dieser Sache als Staatsbehörde tätig werden müsse und verpflichtet sei, für Unterkünfte zu sorgen. Bisher seien 70 Prozent aller Asylbewerber im südlichen Landkreis untergebracht, weil hier oftmals die Möglichkeit von Unterkünften in aufgelassenen Gasthäusern bestehe. Die Asylberatung erfolge durch das Diakonische Werk, die Gemeindeverwaltung habe die Aufgabe, die Gelder an die Asylbewerber auszuzahlen. Einen Vorteil sah er darin, dass Geschäftsleiter Florian Stephan bereits Erfahrung habe, weil er früher bei der Stadt Rosenheim im Referat für Ausländerrecht zuständig gewesen sei.

Mehrere Gemeinderäte äußerten Bedenken, wegen der geringen Größe des Brücknhäusls. Claudia Kraus, die sich auch federführend für die Achental-Tafel engagiert, hatte über das Diakonische Werk schon verschiedene Empfehlungen zur Integration von Flüchtlingen erhalten. Sie sei bereit, sich zu engagieren. Es müsse sich ein Kreis von freiwilligen Helfern in Marquartstein bilden, um den Neuankömmlingen beizustehen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Auch wenn die Menschen voraussichtlich nicht lange dablieben, müssten sie sich doch zwölf Stunden am Tag beschäftigen. Der Gemeinderat begrüßte das Engagement von Claudia Kraus und hielt es für wichtig, dass eine Art »Willkommenskultur« gepflegt werde. Klaus Biersack sagte, dass sich in Unterwössen ein erfolgreich arbeitender Initiativkreis gebildet habe, der auch versuche, die vielfach überhaupt nicht deutsch sprechenden Kinder in die Schule zu integrieren. gi