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Asylbewerber freundlich aufnehmen

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Nußdorf. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, sich aktiv um Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber zu bemühen und sich für eine vorurteilsfreie Aufnahme der Menschen einzusetzen. »Machen wir den Asylbewerbern die Tür auf, reichen wir ihnen die Hand und zeigen wir, dass wir eine große Gemeinschaft sind« – so die Aufforderung von Bürgermeister Hans Gnadl, der positive Signale in der Thematik setzen möchte.


Die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis Traunstein bedeutet, das in der Gemeinde Nußdorf 10 bis 15 Personen aufzunehmen sind. Der Verteilungsschlüssel basiert auf den Einwohnerzahlen des Landkreises bzw. der Gemeinden. Der Landkreis geht davon aus, dass 2014 rund 1000 Asylbewerber aufgenommen werden müssen, die zwischen drei und neun Monate bleiben. Gnadl sagte, er wisse von aktuell zwei leerstehenden Gebäuden im Gemeindegebiet, die als Unterkunft für Asylbewerber in Frage kommen könnten. Er werde mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen und Gespräche führen. Auch müssten die Gebäude von den Fachbehörden begutachtet werden, ob eine Unterbringung möglich ist. Darüber hinaus will Gnadl dazu aufrufen, der Gemeinde leerstehende Gebäude, Wohnungen und Räume anzubieten.

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Der Bürgermeister erinnerte an die Nachkriegszeit, in der es in Herbsdorf ein großes Flüchtlingslager gab. Die Unterbringung von Flüchtlingen, von denen viele in Nußdorf sesshaft wurden, habe die Gemeinde damals bestens gemeistert. »Unsere Vorfahren sollten wir uns zum Vorbild nehmen und die Asylbewerber, denen es aus vielerlei Gründen nicht gut geht, ohne Vorurteile aufnehmen.« Der Rathauschef hofft, dass die Bevölkerung die Asylbewerber, die möglicherweise nach Nußdorf kommen, offen gegenübertritt und sie freundlich aufnimmt. Er bat die Bürger zudem um Unterstützung. Die Gemeinde solle sich als große Solidargemeinschaft darstellen, so Gnadls Wunsch.

Im Beschluss des Gemeinderates heißt es, dass die Notwendigkeit der Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinde zur Kenntnis genommen und deren Unterbringung aktiv und engagiert unterstützt wird. Mit einer Ausnahme stimmten alle Gemeinderäte für die Vorgehensweise.

Zustimmung des Gemeinderates fand die Wiedereinführung der Geschwisterermäßigung im Katholischen Kindergarten St. Laurentius und in der Kinderkrippe. Die Kirchenstiftung als Träger des Pfarrkindergartens und der Kinderkrippe hatte die Ermäßigung mit Beginn des Kindergartenjahres im September ausgesetzt, nun aber rückwirkend wieder eingeführt. Die Zustimmung des Gemeindegremiums war notwendig, weil sich durch die Geschwisterermäßigung geringe Mehrkosten für die Gemeinde ergeben könnten. Das Gremium war bei einer Gegenstimme für die Wiedereinführung der Geschwisterermäßigung.

Weiter gab der Bürgermeister bekannt, dass das Erzbischöfliche Ordinariat nun die Übernahme von 50 Prozent des Betriebskostendefizits des Pfarrkindergartens St. Laurentius für das Jahr 2012/2013 zugesagt hat. Nach Gesprächen von Gnadl mit dem Ordinariat wurde die bisherige Forderung, nach der die Gemeinde zwei Drittel des Defizits – rund 24 000 Euro – tragen muss, rückgängig gemacht. Durch die 50-Prozent-Vereinbarung, die nur für das letzte Betriebsjahr gültig ist, sind von der Gemeinde nun rund 18 000 Euro des Betriebsdefizits zu tragen. pv