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Archäologische Untersuchungen laufen

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Über die laufenden archäologischen Untersuchungen entlang der Staatsstraße 2104 informierte die Archäologin Andrea Happach den Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Sebald König, bei einem Baustellenbesuch. (Foto: Rasch)

Traunreut – Archäologische Detektivarbeit beginnt mit der vorsichtigen Abtragung des Oberbodens. Das kann man dieser Tage auf der Baustelle entlang der Staatsstraße 2104 zwischen der Kantstraße und der Trostberger Straße in Traunreut beobachten. Nördlich und südlich der sogenannten Waginger Straße befinden sich nachweislich Hügelgräber aus der Latène- und Hallstattzeit (Keltenzeit), die sehr oft an den vorgeschichtlichen Handelswegen zu finden sind. Deshalb wurde auch dem Bauherrn, dem Staatlichen Bauamt Traunstein, zur Auflage gemacht, vor Beginn der Maßnahme den Ausbaubereich archäologisch untersuchen zu lassen.


Grabungen folgen erst im zweiten Schritt

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Mit einem kleinen Bagger wird die Oberschicht vorsichtig abgetragen, damit die Archäologin Andrea Happach Verdachtsflächen genau unter die Lupe nehmen kann. Zunächst überprüft die Archäologin in einem ersten Schritt die Verdachtsflächen, die sie mit einem kleinen Plastiklöffel markiert hat. Diese Flächen auf einer Länge von einem knappen Kilometer müssen zunächst kontrolliert und dokumentiert werden. Grabungen im größeren Maße wären dann ein zweiter Schritt, sagte sie dem Traunsteiner Tagblatt. Diese wären notwendig, sollten von Menschenhand angelegte Befunde zutage treten. Die beiden Hügelgräber südseitig des Straßenverlaufs wurden bereits geöffnet. Die Untersuchungen brachten nach Angaben der Archäologin aber kein Ergebnis. Die Ergebnisse der endgültigen Untersuchungen müssen noch abgewartet werden.

Bis Anfang Juli müssen die Untersuchungen abgeschlossen sein. Dann soll mit dem Ausbau des rund zwei Kilometer langen Teilstücks begonnen werden. »Ab Juli gehen wir in die Vollen«, sagte der Chef des Staatlichen Bauamtes, Sebald König. Von der alten Straße werde dabei wenig übrig bleiben. Der Ausbau des Teilstücks, das auch als sehr unfallträchtig bekannt ist, knüpft an die bereits 2002 und 2005 erfolgten Ausbaustrecken zwischen der Abzweigung an der Bundesstraße 304 bei St. Georgen und der Kantstraße in der Kernstadt an.

Laut König wird das Teilstück bestandsorientiert mit einem straßenbegleitenden Geh- und Radweg ausgebaut werden. Durch den Ausbau werden die Kuppen in der Straße beseitigt und die Linienführung und Straßenbreite dem heutigen Sicherheitsstandard angepasst. Auf Höhe der Einmündung in die Hans-Böckler-Straße ist auch eine Verkehrsinsel geplant. Während der Bauphase wird eine Vollsperrung der Straße notwendig.

Vor einigen Wochen wurden bereits Bäume gefällt

Zunächst wegen des Grunderwerbs und später wegen der Finanzierung wurde die Straßenbaumaßnahme immer wieder geschoben. Das Signal des Staatlichen Bauamtes für einen Baubeginn nutzten auch die Stadtwerke, um entlang der Straße die Wasserversorgung neu zu ordnen. Vor etlichen Wochen wurden entlang der Trasse auch bereits viele Bäume gefällt. Eine Wunschvorstellung des Staatlichen Bauamtes wäre auch gewesen, im Zuge des Ausbaus auch das Teilstück zwischen Oberwalchen und Hurtöst, wo vor zwei Jahren ein Kreisverkehr gebaut wurde, in die Planung mit einzubinden. Die Erfahrungen aus dem aktuellen Ausbauprojekt hatten jedoch gezeigt, dass man beim Grunderwerb schnell an die Grenzen stößt. Gleiches galt für den Bau eines Kreisverkehrs am Ende des Ausbauteilstücks auf Höhe der Abzweigung nach Palling.

Nach Ansicht der Freien Wähler im Stadtrat sollte wegen des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens durch das mittlerweile eröffnete Einkaufszentrum BayWa/Kaufland an der Trostberger Straße die Chance genutzt werden, auf Höhe der Abzweigung nach Palling einen Kreisverkehr zu bauen. Damals wurde aber davor gewarnt, einen Kreisverkehr in Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau ins Gespräch zu bringen. Nach dem Motto, wenn man zu viel möchte, erreicht man gar nichts. ga