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Arbeiterverein-Waldfest in Stein abgesagt

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In sehr schlechtem Zustand ist der Weg zum Hochschloss Stein. (Foto: Mix)

Das Waldfest des Arbeitervereins Stein am Hochschloss der Steiner Burg, das seit vielen Jahrzehnten Tradition hat und heute stattgefunden hätte, wurde kurzfristig für dieses Jahr komplett gestrichen.


Unter anderem war ein Grund für die Absage der sehr schlechte Zustand der Straße, die zum Hochschloss führt. Dort wäre eine sichere Auffahrt für die Festbesucher nicht gewährleistet. Der Verein hätte als Veranstalter die Verkehrssicherungspflicht für die Zufahrt gehabt und wäre zur Verantwortung gezogen worden, wenn hier etwas passiert wäre.

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Der Weg von Hohenester hinauf zum Hochschloss, der üblicherweise bei Veranstaltungen von den meisten Besuchern genutzt wird, ist im Besitz der Schlossbrauerei Stein. Er ist aber nur als Feld- und Wiesenweg ausgewiesen und die offizielle Zufahrt zum Hochschloss führt eigentlich in einem weiten Bogen über Roitham und das Anwesen Aschenthaler. Der kürzere Weg von Hohenester wurde vor vielen Jahren zwar von der Brauerei geteert, ist aber schon seit längerem in schlechtem Zustand. Der Starkregen im vergangenen Jahr hat ganze Teerplatten rausgeschwemmt und der Frost hat sein übriges dazu beigetragen, dass jetzt tiefe Löcher in der Straße sind. Ein Befahren oder auch Begehen ist daher derzeit nicht ungefährlich.

Wie Brauereichef Stefan Haunberger erklärt, sieht er allerdings keine Veranlassung dafür, den Weg für viel Geld herrichten zu lassen, da die offizielle Zufahrt zum Hochschloss ja an ganz anderer Stelle und der Weg nur als Feld- und Wiesenweg gewidmet ist. »Man kann nicht von uns verlangen, dass wir den Weg für die Allgemeinheit herrichten«, so seine Meinung. Beim Konzert vor wenigen Wochen hat der Veranstalter mit Kies die Löcher so weit gefüllt, dass ein Befahren des Weges möglich war. Durch erneute starke Regenfälle ist dieser Kies jedoch inzwischen wieder ausgewaschen worden.

Vorsitzende Rita Fenzl vom Arbeiterverein wollte kein Risiko eingehen und sagte das Fest in Absprache mit ihren Vorstandskollegen lieber ganz ab. Als Veranstalter hätte der Verein den Weg selber herrichten müssen und wäre dann auch in der Verkehrssicherungspflicht gewesen. »Wenn da jemand was passiert, sind wir dran.« Noch weitere Gründe für die Absage führt die Vorsitzende an. Erst Mitte dieser Woche wurde sie aufmerksam gemacht, dass für die Tombola, die erstmals beim Waldfest durchgeführt werden sollte, eine staatliche Genehmigung notwendig gewesen wäre. Das war im Vorstand nicht bekannt. Auf die Schnelle wäre diese nicht mehr zu beschaffen gewesen.

Die Unsicherheit mit dem Wetter, die mit solchen Veranstaltungen im Freien einhergeht, die Kosten und die viele Arbeit, die auf eine kleine Schar Helfer verteilt werden muss, trügen ebenfalls dazu bei, dass die Vorbereitung jedes Jahr sehr nervenaufreibend ist. »Es fuchst uns einfach jedes Jahr wieder, die Luft ist raus und wir haben die Freude dran verloren, das Fest aufzuziehen«, gesteht Rita Fenzl. Wie es damit weitergehen wird, lässt sie im Moment noch offen. mix

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