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Arbeiten am Hochschloss werden fortgeführt

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Traunreut. Auch im laufenden Jahr wird ein Burgbrief erscheinen, kündigte der Vorsitzende des Vereins Freunde der Burg Stein, Dr. Michael Elsen, bei der Jahreshauptversammlung an. Auch die Arbeiten am Hochschloss sollen fortgeführt werden. Dr. Johannes Lang sprach über die »Burgenpolitik im Reichenhaller Land während des Hochmittelalters«.


Aktuell hat der Verein 398 Mitglieder. Laut Kassenbericht von Robert Blobner schloss die Kasse letztes Jahr mit einem Verlust von rund 2000 Euro, die aus den Rücklagen entnommen wurden. Sehr gut besucht waren das interne Burgfest und die Klause, die immer am Kirchweihsonntag geöffnet ist. Die alten Gewänder und Schriften des Burgvereins wurden zusammen mit Requisiten des Georgivereins in einem gemeinsamen Raum im neuen St. Georgener Pfarrheim untergebracht. Im Januar 2012 kam eine überarbeitete Broschüre zur Geschichte der Klause und deren Bewohner heraus. Der Burgbrief hatte den Schwerpunkt auf der Geschichte der Maristen in Stein.

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»Ein weiterer Burgbrief wird in diesem Jahr erscheinen«, so der Vorsitzende, »Schwerpunktthema soll die Geschichte der Häuser von Stein sein, die bereits um 1800 nachweislich existierten. Der Bericht liegt bereits seit November im Konzept vor und bedarf nur noch der Überarbeitung.«

Wenig Bewegung sei in die weitere Sanierung eines Raumes im ersten Stock des Hochschlosses gekommen. Die Genehmigung liege seit einiger Zeit vor, auch das Gerüst für die Arbeiten am Gewölbe und der Seitenmauer des Raumes sei bereits aufgestellt. Jetzt warte man nur darauf, dass der beauftragte Betrieb mit den Malerarbeiten beginne. Das Hochschloss wurde 2012 vermessen, nachdem festgestellt worden war, dass sich eine Tragmauer wölben soll, da die Verbindung zur Außenmauer fehle. Bereits im Herbst wurden Sicherungen und Abstützungen angebracht.

Der Einbau einer Stahltreppe in den zweiten Stock komme nun wegen der statischen Sicherheit nicht mehr infrage. Stattdessen sollen eine gemauerte Treppe und die Wiederherstellung des früheren Zustandes weiter verfolgt werden. Allerdings sollte man am Bauwerk künftig ablesen können, dass es sich um Ergänzungen aus jüngster Zeit handelt, so der Vorsitzende. Zunächst müssten Angebote eingeholt werden, damit voraussichtlich im Spätsommer mit den Arbeiten begonnen werden kann. Dr. Elsen betonte: »Sie sollten aus meinen Ausführungen ersehen können, der Verein ist nach wie vor lebendig und dies Dank weniger, aber hoch motivierter, wie engagierter Mitglieder.«

Dr. Johannes Lang, Stadtheimatpfleger und Leiter des Stadtarchives von Bad Reichenhall, berichtete im Anschluss über die »Burgenpolitik im Reichenhaller Land während des Hochmittelalters«. Demnach hatte Reichenhall schon sehr früh eine urbane Struktur. Das Salz sei bereits für den ersten Bischof von Salzburg von größter Wichtigkeit gewesen, weniger zum Würzen als zur Konservierung der Lebensmittel und damit für die Vorratshaltung. Ein Drittel der Reichenhaller Saline gehörte dem Bischof von Salzburg. Es war auch der Urgrund für die Gründung des Bistums Salzburg. Reichenhall war somit eine wichtige Ansiedlung für Salzburg. So entstanden eine Reihe von Burgen wie die Burg auf dem Kirchberg, die Hallburg, Karlstein und mehr. Jeder Adelige hatte daneben ein eigenes Sudhaus. Für die ordnende Macht sorgte der Hallgraf. Die Herrn von Amerang waren ebenso Burgenbesitzer in Reichenhall wie die Grafen von Tengling und Faga.

Auf Grund von Streitigkeiten wurde die Stadt 1196 vom Erzbischof von Salzburg in Brand gesetzt. Von Reichenhall blieb mit Ausnahme von Kloster St. Zeno nichts stehen. Erst nach 200 Jahren begann man in verkleinertem Umfang mit dem Wiederaufbau der Stadt, nachdem die Wittelsbacher sich der einstigen Salzgewinnung erinnerten. Von den Burgen gibt es heute noch Ruinen oder sie sind vom Gras überwachsen, einige wurden auch zu kleinen Schlössern umgebaut, wie anhand von Schloss Axelmannstein aufgezeigt wurde. mix

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