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Arbeit am Kind leidet

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Surberg. Über die aktuelle Situation der Kindertagesstätte »Moosflitzer« unterrichteten die Leiterin Susanne Schwarz und die stellvertretende Leiterin Verena Schwarzkopf die Surberger Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung. Dabei machten sie deutlich, dass sie durch eine große Anzahl von Aufgaben belastet sind, die sie neben ihrer erzieherischen Aufgabe zu bewältigen haben.


Derzeit werden von den insgesamt 16 Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit sowie geringfügiger Beschäftigung und zwei Vorpraktikantinnen 119 Kinder betreut. Diese verteilen sich auf die Kinderkrippe, den Kindergarten und den Waldkindergarten. Neben der Arbeit mit den Kindern fallen zahlreiche Tätigkeiten an. So werden drei- bis viermal im Jahr Elternabende und alle sechs Wochen Elternbeiratssitzungen durchgeführt. Für den Personalschlüssel müssen die Buchungszeiten immer aktualisiert werden. Geführt und dokumentiert werden zudem Gespräche mit Eltern und für das Landratsamt Umfragen und Tabellen ausgefüllt.

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Aber auch Praktikanten aus den Mittel- und Realschulen müssen eingewiesen und beschäftigt werden. »Da das Team sehr groß geworden ist, müssen Absprachen immer mehr und intensiver stattfinden«, berichtete Schwarz, die den Gemeinderäten noch viele weitere Beispiele nannte.

Die pädagogische Arbeit am Kind stehe daher leider oft im Hintergrund, meinte die Leiterin. Als Lösungsansätze nannte sie das Überdenken von Öffnungszeiten, in dem zum Beispiel die Nachmittage umstrukturiert werden.

Hilfe von »außen« für Mittagessen und Turnen?

Überlegen müsse man sich auch, ob man sich das Mittagessen mit eigenem Personal noch leisten könne. Möglich seien auch Hilfen »von außen«, zum Beispiel durch Haushaltshilfen oder einen Hausmeister für nicht-pädagogische Tätigkeiten. Außerdem könnten externe Fachkräfte beispielsweise das Turnen übernehmen.

Bürgermeister Josef Wimmer erklärte, dass die Kindertagesstätte vor allem wegen des neuen Baugebiets voll sei. Für 2014/15 solle man laut Wimmer eine Mindestbuchungszeit festsetzen. »Wir werden wohl nicht mehr auf alle Bedürfnisse der Eltern bzw. Kinder eingehen können«, meinte er.

Claudia Spohn schlug vor, gewisse Arbeiten durch Hauswirtschafterinnen durchführen zu lassen. Auch Verwaltungsaufgaben könnten geringfügig Beschäftigte übernehmen. »Wenn diese Leistungen von anderen erbracht werden, dann kostet dies Geld und der ungedeckte Beitrag durch die Gemeinde wird immer höher«, entgegnete der Bürgermeister. Die Eltern hätten zwar seit August einen Anspruch auf einen Krippenplatz, wie dies jedoch umgesetzt werde, sei eine andere Frage. Man müsse aber schauen, wie künftig gesichert werden könne, dass die Arbeit mit den Kindern wieder im Vordergrund stehe, so Wimmer.

Geschäftsleiter Werner Schwab betonte, man brauche Lösungsansätze, um die notwendigen Beschlüsse fassen zu können. Dabei gehe es für 2014/15 um Dinge, die man sofort umsetzen könne. Allgemein kritisierte er, dass die Förderbeiträge des Staates viel zu wenig seien. Dieser fördere zwar den Bau von Einrichtungen, nicht aber den laufenden Betrieb. »Ohne die Vorpraktikanten und die Freiwilligen im Sozialen Jahr ginge es gar nicht mehr«, machte Schwab deutlich. Bjr