weather-image
25°

Anziehungspunkt seit mehr als 40 Jahren

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der Auftritt der Perchten ist ein fester Bestandteil des Rauhnacht-Hoagaschts der Rottauer Trachtler. (Foto: Adersberger)

Grassau – Von den Musik- und Gesangsgruppen begeistert waren die Besucher des 44.  Rauhnacht-Hoagaschts der Rottauer Trachtler im Gasthaus Messerschmied.


Was ist das Geheimnis, dass diese Veranstaltung auch nach über 40 Jahren die Volksmusikfreunde so anzieht? Vielleicht, weil der Ablauf und das Drumherum all die Jahre gleich geblieben sind. Der Hoagascht ist immer am Unschuldigen Kindltag (28. Dezember), er findet in einem schönen Wirtshaussaal statt und im Mittelpunkt der Bühne steht eine Krippe mit handgefertigten Figuren. Die Ansage machte in den ersten Jahrzehnten der »Glasei«, er trug Wissenswertes, Humorvolles, aber auch Nachdenkenswertes vor. Sein Nachfolger ist sein Sohn Miche Huber, der die Aufgabe ganz im Sinne seines Vaters weiterführt.

Anzeige

Zum Rauhnacht-Hoagascht gehört auch schon immer der Auftritt von Perchten, die lärmend durch den Saal ziehen, einigen Besuchern mit der Rute drohen und Kletzenbrot verteilen. Zwei Dinge sorgen für ein besonders intensives Volksmusikerlebnis, nämlich, dass während des Programms kein Ausschank stattfindet, und dass nur am Anfang der Pause und am Ende des Programms geklatscht wird.

Im Jahresrückblick, der immer für viel Heiterkeit sorgt, sprach Huber die »Wirtschaftskrise« in Rottau an. Fast vier Wochen waren da alle Gaststätten geschlossen. Er sprach über das Brauchtum in der Zeit der Rauhnächte, trug ein Neujahrsgedicht vor und las aus einer Gerichtsverhandlung eines Wilderers vor.

Den musikalischen Teil eröffneten die Hohenaschauer Musikanten, die mal feierlich und mal flott in einer schönen Klangfülle aufspielten. Allseits bekannt ist der Haushamer Bergwachtgsang, der von Zither und Harfe begleitet wird. Die vier Männer mit ihren kräftigen Stimmen gefielen auch mit der Auswahl ihrer Lieder. Das Lied »Steh auf Jerusalem«, vorgetragen vom Seeleitn Dreigsang, war ein besonderer Genuss. Die Kirchleitn Soatnmusi bot ein absolut harmonisches Klangbild. Wie spontan junge Musikanten heute sind, zeigten zwei Mitglieder des Seeleitn Dreigsangs, die mit zwei jungen Burschen in der Besetzung Ziach, Zither, Gitarre und Bassgeige erstmals zusammenspielten – und sie machten es ausgezeichnet. Erst kurz zuvor hatte man sie gefragt, ob sie spielen können, da das Irlberg Trio krankheitsbedingt ausfiel. Sie heißen sich jetzt »Rauhnachtmusi«. Das Programm endete mit dem gemeinsam gesungenen Andachtsjodler – und wie es Brauch ist, nahmen die Musikanten auf der Bühne den Hut ab. ja